Vierbeinige Landschaftspfleger als neue Attraktion

Wasserbüffel bewirtschaften Flusslandschaft in Gmünd und sollen Artenreichtum fördern.

Die Stadt Gmünd darf sich über einen Zuzug freuen. Zwar ist es keiner, der für einen Finanzausgleich relevant wäre – trotzdem ist er keinesfalls nutzlos. Seit wenigen Tagen leben acht Wasserbüffel im Naturschutzgebiet „Lainsitzniederungen“. Sie haben die besondere Aufgabe, als vierbeinige Landschaftspfleger die sumpfig-feuchten Gebiete im Nahbereich der Lainsitz in Schuss zu halten. Gleichzeitig will man mit den Nutztieren die Hochwasser-Retentionsflächen von Bewuchs frei halten und die Artenvielfalt fördern.

Weil sich die betroffene Flusslandschaft im Nahbereich der Gmünder Altstadt mit landwirtschaftlichen Maschinen nur schwer bewirtschaften lässt, war es so gut wie aussichtslos, für diese Aufgabe einen Landwirt zu finden. Noch dazu seien viele Bauernhöfe in und um Gmünd aufgelassen worden. „Daher haben sich monotone Brachflächen entwickelt, auf denen nur noch wenige Pflanzen- und Tierarten zu finden sind“, erklärt Projektleiter Axel Schmidt.

Pilotprojekt

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Axel Schmidt und Alexander Berger sind die Initiatoren. © Bild: Jürgen Zahrl

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit konnte jetzt ein dreijähriges Pilotprojekt – nach internationalem Vorbild – gestartet werden: Das Ziel ist, eine regionstypische Kultur- und Naturlandschaft zu entwickeln, in der sich wieder Vogel- und Pflanzenarten sowie Amphibien ansiedeln. Darüber hinaus geht es darum, die Überschwemmungsflächen im Fall von Hochwasser frei zu halten. „So kann das Wasser schneller abfließen“, erklärt Schmidt. Während eine Herde seit der Vorwoche grast, soll schon demnächst eine weitere hinzukommen, um die zirka zwölf Hektar große Weidefläche – künftig von April bis September – zu bewirtschaften. Damit die Tiere nicht ausbüxen, gibt es rundherum einen Elektrozaun. Die übrige Zeit verbringen die 16 Wasserbüffel in einem Stall des Biohofs Altmann in Stadlberg bei Karlstift, der Kooperationspartner ist.

Regionale Marke

Langfristig will die Stadtgemeinde die Wasserbüffel auch touristisch vermarken. „Es ist geplant, das Büffelfleisch künftig in der heimischen Gastronomie anzubieten“, sagt Tourismusstadtrat Alexander Berger. Schon jetzt gibt es eine frei zugängliche Aussichtsplattform, wo sich Besucher über die Tiere informieren können.

( kurier.at ) Erstellt am 15.06.2018