© RK Bruck/Leitha

Chronik Niederösterreich
09/02/2019

Unter Wasser eingeklemmt: Anrainer wurden zu Lebensrettern

Zwei Frauen stürzten mit ihrem Auto in einen Bach. Drei Männer zögerten nicht und sprangen hinterher.

Zwei Frauen stürzten mit ihrem Auto in einen Bach. Männer zögerten nicht und sprangen hinterher. Wären Michael Pacher, Kevin Topal und Helmut Dex aus dem Raum Bruckneudorf (Burgenland) nicht gewesen, wären zwei junge Frauen im Alter von 17 und 18 Jahren wohl eingeklemmt in ihrem Autowrack in einem Bach, einem Nebenarm der Leitha, ertrunken.

Am Freitag wurden die drei Männer nach einem Unfall zwischen Wilfleinsdorf und Kaisersteinbruch zu Lebensrettern.

Helfer hörte den Unfall

„Ich war zufällig mit der Tochter meiner Freundin im Garten. Wir wollten gerade Kaffee trinken gehen“, erinnert sich Pacher, der als Sanitäter beim Roten Kreuz Bruck/Leitha tätig ist. „Auf einmal habe ich ein Quietschen gehört und einen Aufprall und ein 20 Sekunden langes Hupen.“ Im Bewusstsein, dass es wohl einen Unfall gegeben haben muss, eilte der 31-Jährige mit dem Mädchen auf die Straße. Dort waren bereits Anrainer zusammengelaufen.

Rasch war Pacher klar, dass sich ein Fahrzeug überschlagen hatte und am Dach im Bach zu liegen gekommen war: Und dass sich noch Menschen darin befanden. „Ich bin dann in den Fluss gehüpft“, erzählt Pacher. Zu dieser Zeit war auch schon Kevin Topal zu Hilfe geeilt.

Der Feuerwehrmann saß in einem nachfolgenden Auto. „Wir haben uns gleichzeitig angeschaut und sind reingesprungen“, so der Sanitäter.

Komplett unter Wasser

Bis zur Brust ging dem 1,80 Meter großen Pacher das Wasser. Die Frauen an Fahrer und Beifahrersitz seien komplett unter Wasser gewesen. Die Männer versuchten jeder auf einer Seite, die Tür aufzubekommen.

Weiterer Helfer im Einsatz

Unterstützung bekamen sie dabei auch von Anrainer Helmut Dex. Mit vereinten Kräften gelang es ihnen schließlich, die 17 und 18 Jahre alten Frauen aus dem Wrack zu bergen. Zumindest eine Insassin war eingeklemmt, wie Pacher sie frei bekommen hat, weiß er nicht mehr. „Das war ziemlich haarig“, meint er.

Glücklicherweise waren die Frauen ansprechbar, die drei Ersthelfer übergaben sie den mittlerweile eingetroffenen Rot-Kreuz-Teams aus Schwechat und Bruck.

Zu helfen war für Rot-Kreuz-Sanitäter Pacher „selbstverständlich“. „Ich bin seit elf Jahren beim Roten Kreuz. Ich hab’ da auch die Pflicht dazu.“ Man sei immer im Dienst. Auch die beiden anderen Männer sind als sehr sozial und couragiert bekannt, meint Pacher.