© Robert Bouchal

Zeitgeschichte
10/21/2013

Überreste bei ehemaligem KZ entdeckt: Funde nun an Heimatmuseum übergeben

Fundstücke wurden an das Heimatmuseum Guntramsdorf übergeben.

Die „Flugmotorenwerke Ostmark“ waren in Guntramsdorf, Bezirk Mödling, beheimatet. Sie waren eine Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen. 1944 waren bis zu 3170 Gefangene inhaftiert. Bis dato war nicht viel über diesen Teil der Geschichte bekannt. Am Samstag wurden nun Fundstücke an das Heimatmuseum Guntramsdorf übergeben.

Denn Höhlenforscher Robert Bouchal und Jürgen Gangoly, Vorsitzender des KZ Gedenkvereins, haben etwas Licht in das Dunkel gebracht. Im Rahmen der Aktion „72 Stunden ohne Kompromisse“ haben der Forscher und Schüler aus Simmering den Ex-Standort des Werks im Industriegebiet durchkämmt und erstaunliche Funde zu Tage gefördert. 100 Stück sind es.

Bombensplitter

„Mir ist es wichtig, dass nächste Generationen anhand der Fundstücke weiterforschen“, sagt der Entdecker. Er und sein Team haben unter anderem einen großen Bombensplitter, Steingut samt Stempel „Ostmark Keramik“, Gläser sowie Schaufeln von Zwangsarbeitern geborgen. „Das ist das erste Mal, dass das KZ-Gelände systematisch untersucht worden ist“, freut sich Gangoly. Mit den Funden würden bisherige Forschungsergebnisse bestätigt. Laut Vize-Ortschef Robert Weber arbeite die Gemeinde seit einigen Jahren das Geschehen gegen Ende des 2. Weltkriegs auf. Es sei wichtig, diese Funde zu präsentieren. Er könne sich sogar einen Themenschwerpunkt dazu vorstellen.

Mehr Infos über Bouchals Arbeit sowie den Gedenkverein:

www.bouchal.com

www.gedenkverein.at

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