Chronik | Niederösterreich
20.01.2012

Therme rückt in weite Ferne

Die Gemeinde bereitet den Verkauf von Äckern vor, um die Planungskosten für ihr Thermen-Projekt abzudecken.

Es geht exakt um 2,18 Millionen Euro, die von der Gemeinde Engelhartstetten bis dato in die Planung einer Therme in ihrer Katastralgemeinde Stopfenreuth indirekt investiert hatte. „Indirekt“ deshalb, weil Engelhartstetten gemeinsam mit der Nachbargemeinde Eckartsau im Verhältnis von 75 zu 25 Prozent eine Thermen-Gesellschaft gegründet hatte, die Kredite aufnahm und für die die jeweilige Gemeinde haftet.

Und da für jene Fläche, auf der die Therme errichtet hätte werden sollen, nur noch bis Ende 2013 ein Vorkaufsrecht besteht, müssen die Gemeinden jetzt den Verkauf von Gemeindeflächen vorbereiten.

„Das Thema Therme ist noch nicht gegessen. Wir verhandeln noch immer mit Investoren, aber es bleibt halt nur noch bis Ende 2012 Zeit, mit ihrer Realisierung zu beginnen“, sagte gestern Andreas Zabadal, der Bürgermeister von Engelhartstetten. Daher müssen parallel der Verkauf von rund 45 Hektar landwirtschaftlicher Flächen vorbereitet werden.

Wie berichtet, bemühen sich die beiden Gemeinden seit rund zehn Jahren, ihr Thermen-Projekt auf die Beine zu stellen. An sich wäre der Standort zwischen Wien und Bratislava ideal, doch bis dato konnte kein zahlungskräftiger Investor an Land gezogen werden.

Als die Gemeinde Engelhartstetten vergangenen Dezember im Rahmen der Budgeterstellung neben den Vorbereitungen für den Felderverkauf auch die Höhe der Lustbarkeitsabgabe (vulgo: Vergnügungssteuer) für 2012 beschloss, regte sich sofort Kritik, man wolle vor allem auf Kosten von Schloss Hof die Gemeinde sanieren.

Die Betreiber-Gesellschaft von Schlosshof geht davon aus, dass sie die Vergnügungssteuer mit bis zu 135.000 Euro treffen werde.

Dazu Zabadal: „Das ist ein Nonsens. Wir verlangen – so wie dies vom Land verlangt und von anderen Gemeinden auch praktiziert wird – lediglich zehn Prozent von jedem Eintrittsgeld. Die Schallaburg muss das auch zahlen.“

Der Bürgermeister weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Gemeinde zahlreiche Leistungen für Schloss Hof erbringen müsse. Etwa die Anlage von neuen Radwegen und Straßen, mit denen die in Bau befindliche Brücke über die March erschlossen werden soll.