Wenn es um Zuzug und Wohnbau geht, gehen die Wogen rasch hoch

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Chronik | Niederösterreich
03/19/2019

Streit um Grundstück: FPÖ reaktiviert Bürgerinitiative

In Guntramsdorf könnten nun Bausperren für großvolumigen Wohnbau beschlossen werden.

In einer Sache sind sich der Guntramsdorfer FPÖ-Chef Christian Höbart und Ortschef Robert Weber (SPÖ) einig: Es bedürfe einer Bausperre für großvolumige Wohnbauten. Was jedoch die Bebauung des Aufschließungsgebiets „Neue Heimat-Feldes“ betrifft, könnten die Meinungen der Parteien und der gbbÖVP nicht unterschiedlicher sein.

Während Höbart davon spricht, dass die Gemeinde die Wünsche des Grundstückseigentümers erfüllt und die Initiative „Lebenswertes Guntramsdorf“ reaktiviert, sprechen Rot und Schwarz von einem Tausch, um mehr Grünraum zu schaffen.

Doch von Anfang an: Seit Jahrzehnten ist das rund 68.000 Quadratmeter große Grundstück als Bauland gewidmet. Um dem Ortsentwicklungskonzept zu entsprechen, wollte die Gemeinde Grünland schaffen. Das sei aber nur mit einer Rückwidmung eines Teils des Grundstücks gegangen, die vergangene Woche beschlossen wurde. Im Zuge dessen hätten auch Flächen für Nahversorger festgelegt werden können, sagt gbbÖVP-Gemeinderat Werner Deringer.

Damit sei aber das Bauland kleiner geworden. „Daher hat man gesagt, man erhöht auf einem Teil des Grundes die Bebauungsdichte“, erklärt er. Und zwar von 40 Prozent, mit denen der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan aufgelegen ist, auf nunmehr 50 Prozent. Während Höbart meint, dass der Eigentümer nun mehr Wohnfläche zur Verfügung habe, versichert Deringer, dass sich an der Zahl der möglichen Wohnungen kaum etwas ändere. Zwischen 700 und 800 könnten errichtet werden. „Man muss sagen, das wäre vorher auch schon gegangen“, sagt Deringer.

Tausende Bewohner

Dass die Änderung erst vergangenen Montag im Bauausschuss eingebracht und am Mittwoch beschlossen wurde, ist für Höbart ein Zeichen, dass auf Wunsch des Eigentümers gehandelt wurde. Nun könnte ab 2020 bzw. 2025 der Ort mit Wohnungen für bis zu 2000 Einwohner zubetoniert werden und 1500 Autos mehr durch den Ort fahren. „Guntramsdorf darf nicht Guntramsstadt werden, sagt der FPÖ-Politiker, der nun mit der Bürgerinitiative eine Bausperre für Projekte mit mehr als zehn Wohneinheiten im nahezu gesamten Ortsgebiet sowie die Überarbeitung des Ortsentwicklungskonzepts – das aus 2007 stammt – fordert.

Etwas, das auch Deringer sowie Ortschef Weber angeregt haben. Deringer beruhigt zudem: Bis es zu einer Bebauung kommt, muss der Grundeigentümer zahlreiche Auflagen erfüllen. Zudem müsse man schauen, ob die Bebauungsbestimmungen bis dahin überhaupt noch gelten. „Über die Bebauungsdichte muss man eventuell noch reden.“ Bausperren jedenfalls müsse man gut überlegen.