Hermann Nitsch will Detektiv Guggenbichler klagen.

© gilbert novy

Finanzcausa
03/27/2014

Steuervorwürfe: Nitsch spricht von "Hassorgie"

Blut-Künstler setzt sich gegen Vorwurf der Steuerhinterziehung zur Wehr.

Seit gut einer Woche ist der Blut-Künstler Hermann Nitsch mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung konfrontiert - aufgebracht durch den Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler. Nun schlägt der umstrittene Maler zurück: In einem Interview mit dem Wochenblatt News kündigt Nitsch eine Klage gegen den "Schnüffler" an und spricht von einer "Hassorgie" gegen seine Person.

Zur Vorgeschichte: Guggenbichler war ursprünglich von Nitsch angeheuert worden, um einen Einbruch zu klären. Der Künstler soll nach einem Einbruch gegenüber der Polizei eine viel geringere Summe als die tatsächlich erbeuteten eine Million Euro Bargeld aus dem Tresor angegeben haben. Aufgrund eines angeblichen Vertragsbruchs zeigte der Detektiv Rita Nitsch, die Frau des Künstlers, bei der Finanz an. Die Vorwürfe gegen die Familie Nitsch lauten: Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Schwarzarbeit.

Kritik von Berufsverband

Nun schlägt der Künstler zurück: Guggenbichler, der einst im Fall "Lucona" als Aufdecker bekannt wurde, habe laut Nitsch ein Naheverhältnis zur FPÖ, die auf ihrem Youtube-Kanal auch Filmaufnahmen von der Hausdurchsuchung und am heutigen Donnerstag ein Interview mit dem Detektiv veröffentlicht hat. Diese Vorgehensweise kritisiert nun auch die Fachgruppe Wien der Gewerblichen Dienstleister/Berufsgruppe Berufsdetektive in einer Aussendung: Die Anzeige Guggenbichlers bei der Finanzpolizei sei "unter Missachtung der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht" erfolgt. "Besonders zu verurteilen ist in diesem Zusammenhang die Weitergabe vertraulicher Informationen an diverse Medien."

Guggenbichler hatte bei der Finanzaufsicht angegeben, im Safe der Familie Nitsch hätten sich in Wahrheit 1,3 Mio. Euro befunden. Ursprünglich hatte der Künstler nach dem Einbruch angegeben, die Täter hätten 400.000 Euro an Bargeld sowie Schmuck im Wert von rund 100.000 Euro erbeutet. Auch eine angebliche Liste mit Hunderten unversteuerten Bildverkäufen soll der Detektiv laut News den Behörden nachgereicht haben.

Alles überprüft

"Ich habe eine Steuerberatung. Ich habe eine Foundation in Wien. Es wird alles überprüft, was ich mache", wehrt sich Nitsch im Interview. "Soweit ich weiß, hat der Steuerberater jede Summe geprüft." Die Vorwürfe, Bilder schwarz verkauft zu haben, richtet sich vor allem gegen Nitschs Ehefrau Rita. Sie veräußere seine Bilder schwarz nach Italien, sagte Guggenbichler im Interview mit dem FPÖ-TV. Auch hegt er Zweifel an der Version des Einbruchs, zudem wirft Guggenbichler Rita Nitsch Vertragsbruch vor. Er wolle 20 Prozent der Schadenssumme geltend machen.

Auch Nitsch will den Detektiv klagen: "Er verbreitet Lügen, vor allem über meine Frau, und begeht Rufmord", so Nitsch zu News. Der Künstler hegt zudem den Verdacht, dass eine ehemalige Mitarbeiterin, mit der er im Unfrieden geschieden sei, mit Guggenbichler kooperiert haben dürfte.

Über die Razzia, die in seiner Abwesenheit geschah, ärgert sich Nitsch besonders. "Ich frage mich, warum man nicht einfach eine normale Steuerprüfung gemacht hat. Dan hätte man alles gemeinsam aufklären können." Nun baue sich "aufgrund von Missverständnissen wieder eine Hassorgie gegen mich auf."

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