Sterne-Aus für Österreich

Der internationale Guide Michelin stellt seine Österreich Ausgabe ein - mit schwerwiegenden Folgen für die heimische Spitzengastronomie.

Während der Guide Michelin in Frankreich seine hundertste Ausgabe zelebriert, ist man anderenorts nicht in Feierlaune. In Österreich stellt der renommierte Gourmet-Guide nämlich, wie jetzt durch einen Bericht des Branchen-Magazins Rolling Pin bekannt wurde, mit Ende 2009 seine Tätigkeit ein. Auf Anfrage von KURIER.at bestätigt Thomas Stockmayer von Michelin Österreich das kolportierte Ende für den Guide Michelin Österreich nach nur vier Jahren. Ein kleiner Trost: Die Städte Wien und Salzburg werden mit ihren Top-Gourmet-Adressen weiterhin im Guide "Main Cities of Europe" vertreten sein.

Wirtschafltich nicht rentabel

Tatsache ist aber, dass mehr als 40 Restaurants mit Ende 2009 ihre Sterne "abgeben" müssen und vermutlich auch nie mehr die Chance bekommen werden, diese erneut zu erkochen. Laut Aussagen von Michelin liegt der einzige Grund für das Aus darin, dass sich der Guide in Österreich nicht rechnete, das Ende sei also ökonomisch motiviert.

Erste Reaktionen

Die Top-Gastronomen Österreichs reagieren auf diese Entscheidung geschockt. Alle Träume, sich in den "Sternen-Himmel" zu kochen sind geplatzt, das Aus wird als enormer Verlust für die heimische Gourmet-Szene gewertet. Spitzengastronomen wie Walter Eselböck vom bisherigen 2-Sterne-Restaurant Taubenkobel sprechen gegenüber Rolling Pin von einer "Kulturwatschn für Österreich". Auch Silvio Nickol vom Schlossstern in Velden, der sich die 3-Sterne zum Ziel gesetzt hatte zeigt sich "fassungslos" und betrachtet das Michelin-Aus als "riesigen Rückschlag für Österreich".

Restaurants "unter die Haube bringen"

Mit dem internationalen Image-Verlust befürchten die Top-Gastronomen auch einen wirtschaftlichen Schaden, der aber noch nicht abschätzbar ist. Fest steht, dass mit dem Sterne-Aus der Fokus noch mehr auf den in Österreich "regierenden" GaultMillau Gourmet-Guide und seine Haubenvergabe gerichtet sein wird.

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Erstellt am 05.12.2011