Chronik | Niederösterreich
04.08.2018

St. Pölten: Todesgefahr im Seenparadies

Besucher und Jogger marschieren über Bahnstrecke, ÖVP-Stadtrat will jetzt einen gesicherten Übergang.

„Sie können sich gar nicht vorstellen, was man hier jeden Tag zu sehen bekommt“, sagt eine Anrainerin kopfschüttelnd. „Familien, die ihren Kinderwagen über die Schienen tragen. Jogger und Badegäste, die über die Gleise steigen. Es ist ein Wahnsinn“, meint die Frau.

Tatsächlich hat es sich längst herumgesprochen, dass man im St. Pöltner Ortsteil Viehofen von der Taverngasse/Hauptmannsbergergasse sehr schnell zu den Seen gelangt. Noch dazu bezahlt man hier keinen Cent, während man direkt bei den Viehofner Seen seit mehr als einem Jahr eine Parkgebühr berappen muss.

Das Problem ist, dass zwischen der Siedlung und dem Naherholungsgebiet eine Bahnstrecke verläuft. Ein Schild mit der Aufschrift „Das Überschreiten der Gleise ist verboten“ wird von den meisten einfach ignoriert, wie auch ein KURIER-Lokalaugenschein zeigte. Zudem ist der Pfad schon so ausgetreten, dass dieser auf den ersten Blick wie ein normaler Übergang wirkt.

Anrainer haben sich nun an Markus Krempl-Spörk gewandt. Sie hoffen, dass sich der ÖVP-Stadtrat für eine rasche Beseitigung dieser Gefahr bei den Seen stark macht.

Strafen drohen

„Ich bin dafür, dass hier ein ordentlicher Übergang geschaffen wird, der den Sicherheitsanforderungen entspricht. Dafür sollte aus meiner Sicht auch das nötige Geld da sein“, sagt Krempl-Spörk. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist allerdings noch offen.

„Diese Tafel sollte eigentlich genau denselben Zweck wie eine Stopptafel erfüllen“, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. „Wer sich nicht daran hält, dem droht eine Strafe in der Höhe von bis zu 726 Euro. Menschen haben auch eine Eigenverantwortung.“ Seif betont aber auch, dass man „die Augen vor diesem Problem nicht verschließen werde. Wenn immer mehr diesen Pfad benützen, dann muss man sich den Bereich anschauen und darauf reagieren.“

Die Stadt hat mittlerweile eine Art Halteverbot für Autos in der betroffenen Gasse ausgesprochen und gekennzeichnet. Wer auf der Grünfläche parkt, der muss ebenfalls mit einer Geldstrafe rechnen.

Ob das Pkw-Lenker beeindruckt, ist fraglich. Sie können auch in die Seitengassen ausweichen.