Aufnahme in einen elitären Klub: Den Ritterschlag führte Georg Habsburg-Lothringen durch.

© /Franz Hagl

Anzug statt Rüstung
05/10/2014

St.-Georgs-Orden feierte im Dom

Eine geheimnisvolle Zeremonie sorgte für Staunen. Wer sind die Männer, die wie moderne Ritter leben wollen?

von Johannes Weichhart

Einige Marktbesucher rieben sich ungläubig die Augen, als am Samstag plötzlich die kaiserlich-königliche Wiener Regimentskapelle vor dem St. Pöltener Dom aufmarschierte. "Kommt der Kaiser in die Hauptstadt?", lachte ein Standler. Und auch im Inneren des Gotteshauses ging derweil eine Zeremonie über die Bühne, die so manchen Besucher aus dem Staunen nicht mehr herausbrachte.

Mitglieder des St.-Georg-Ordens waren in den Dom eingezogen, um 30 neue Mitglieder aufzunehmen. Darunter viele Direktoren, Professoren und Doktoren. Schwur, Schwertschlag und die Verleihung eines schwarzen Ordensmantels, der mit einem Malteserkreuz bestickt ist, gehören zu dem Initiationsritus. Den Ritterschlag führten Erzherzog Georg Habsburg-Lothringen und Prokurator Norbert Freiherr van Handel durch.

Eine Veranstaltung von Ewiggestrigen, eine Zusammenkunft der letzten Monarchisten in Niederösterreich? "Überhaupt nicht", sagt Helmut Greiner, der eigentlich im Bundeskriminalamt arbeitet, sich nun aber auch zu dem besonderen Klub zählen darf. "Statt Ritterrüstung tragen wir Anzug, statt dem Schwert benutzen wir unseren Intellekt." Verehrt wird der Heilige Georg, Schutzpatron des Rittertums, man bekennt sich zu einem geeinten Europa, "unterstützt den multinationalen alt-österreichischen Staatsgedanken", die Verbindung mit dem Hause Habsburg ist sehr eng.

Karitativ

Glaubt man Norbert Freiherr van Handel, dann finden immer mehr Menschen Gefallen an den Eckpfeilern des wertkonservativen Ordens, in dem aber nur Männer aufgenommen werden. "Wir wachsen ständig", sagt er. Europaweit zählt man etwa 1000 Mitglieder, in Österreich sind es 200. Und man gibt sich sehr elitär: Bewerben kann man sich nicht, man wird gefragt.

Die Ordensmänner können auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Ursprünge gehen auf das 14. Jahrhundert zurück, damals gründete Kaiser Sigismund aus dem Hause Luxemburg den "Drachen-Orden". Immer wieder werden Veranstaltungen durchgeführt, die dem guten Zweck dienen. "Wir sind sehr gut vernetzt. Das hilft uns sehr oft", sagt Greiner.

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