Chronik | Niederösterreich
25.08.2018

St. Pölten: Cocktails mit Leidenschaft

Oliver Kloiber, einer der besten Barkeeper des Landes, spricht über sein Erfolgsgeheimnis.

Oliver Kloiber legt Wert auf Etikette. Damen, die sein Lokal betreten, wird der Mantel abgenommen, Herren, die mit Hut oder Kappe unterwegs sind, werden freundlich gebeten, die Kopfbedeckung beim Trinken doch abzunehmen. Im Hintergrund läuft leise Musik, wer will, kann auch im prächtigen Innenhof sein Getränk genießen.

Das „Yesterday“ in der Prandtauerstraße ist ein Ausreißer in der an Bars sehr armen St. Pöltner Lokalszene. Das liegt zum einen am Flair, und natürlich auch an der Qualität. In der Falstaff-Wertung rangiert das „Yesterday“ mit 88 Punkten unter den besten vier Bars in ganz Niederösterreich.

Inhaber Oliver Kloiber ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Gastronomie tätig, seit 18 Jahren als Barkeeper. Vor dem Abenteuer St. Pölten konnte er Erfahrungen in Griechenland und Spanien sammeln.

Frische Früchte

Stellt sich natürlich die Frage, was einen perfekten Cocktail eigentlich ausmacht? „Man braucht gute Zutaten, frische Früchte sollten dabei eine Selbstverständlichkeit sein, die Qualität der Spirituosen muss auch stimmen. Ganz wichtig ist, Leidenschaft in den Cocktail hineinzubringen“, sagt Kloiber.

Das Angebot in der American Bar ist groß. 750 verschiedene Spirituosen bietet der Herzogenburger an. Wenn Kloiber dazu noch seinen Tresor öffnet, dann kann es sogar richtig teuer werden. Da gibt es zum Beispiel einen Jahrgangs-Cognac, bei dem das Glas bis zu 1000 Euro kosten würde. Rein hypothetisch natürlich, weil so edle Tropfen nur in der Flasche verkauft werden. Der Barkeeper, der niemals über das Internet einkaufen würde, sondern mit den Händlern immer das persönliche Gespräch sucht, produziert aber auch selbst. Er hat einen „Yesterday“-Gin entwickelt und mit einem Wodka hat er sich ein zweites Standbein geschaffen.

Das Thema Rauchen beschäftigt den Lokalbesitzer wie viele seiner Kollegen. „Bei mir sind es vor allem die Zigarren- und Pfeifenraucher, die zu einem guten Schluck auch Tabak genießen wollen. Das gehört für viele einfach dazu. Dürfte im Lokal nicht mehr geraucht werden, würde ich vor allem im hochpreisigen Segment weniger verkaufen.“