Chronik | Niederösterreich
04.07.2018

Bad Vöslau: Prominenter Winzer starb bei Flugzeugabsturz

Neben dem Piloten kam noch ein zweiter Mann ums Leben. Die Absturzursache ist noch nicht geklärt.

Auf dem Flugplatz in Vöslau - Kottingbrunn (Bezirk Baden) ist Mittwochvormittag ein Sportflugzeug vom Typ Cessna 172 abgestürzt, teilte NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. Zwei Insassen kamen ums Leben. Die Männer seien massiv im stark deformierten Cockpit der inländischen Maschine eingeklemmt worden.

Das Unglück ereignete sich unmittelbar nach dem Start gegen 10.15 Uhr. Das Flugzeug, das dem Pilotenclub Wien gehört, bohrte sich mit der Nase voran neben der Landebahn in die Wiese, schilderte Resperger. Der Arzt des Rettungshubschraubers Christophorus 3 konnte nur mehr den Tod der beiden Insassen feststellen.

Die Maschine war von einem 53-Jährigen pilotiert worden. Bei dem anderen Mann handelte es sich laut Polizei um einen 65-Jährigen. Beide stammten aus dem Bezirk Mödling.

Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich bei einem der Todesopfer des Absturzes um einen prominenten niederösterreichischen Winzer, Heurigenwirt und geschäftsführenden Gemeinderat aus Gumpoldskirchen im Bezirk Mödling. Christian Kamper, 53,  ist spät berufener Hobbypilot. Am Mittwoch wollte er gemeinsam mit dem 65-jährigen Verwandten, Gerhard G., mit der Cessna 172 von Bad Vöslau aus zu einem Rundflug starten, als das Unglück passierte. „Es ist ein unglaublicher Verlust, nicht nur für seine Familie sondern für die gesamte Gemeinde“, erklärt der Gumpoldskirchner Bürgermeister Ferdinand Köck (ÖVP) im Gespräch mit dem KURIER. „Christian war umgänglich, engagiert und hilfsbereit. Unser Mitgefühl gilt der Familie“, so Köck.

Zwei Feuerwehren mit 40 Mitgliedern standen im Einsatz. Neben der Bergung der im zerstörten Cockpit eingeklemmten Opfer wurde aus Sicherheitsgründen ein Schaumteppich gelegt, berichtete NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger.

Nach dem Unglück war massiv Treibstoff aus dem Sportflugzeug ausgetreten, weshalb auch ein Schadstoffspezialist eingesetzt wurde.

Die Bergung der Toten gestaltete sich schwierig. Einer der Insassen konnte laut dem Sprecher mithilfe von hydraulischen Rettungsgerät herausgeholt werden, für die Bergung des zweiten Mannes musste das Flugzeug von einem Kran angehoben werden.

 

„Wir haben einen Schaumteppich gelegt um die Brandgefahr durch den ausgeflossenen Treibstoff zu bannen. 2 Personen waren im Wrack eingeklemmt. Einen konnten wir rasch befreien. Trotz Reanimationsmaßnahmen gab es aber keine Rettung mehr“, berichtet FF-Einsatzleiter Christopher Pischem.