Matthias Stadler

© Franz Hagl

Interview
03/16/2013

SPÖ-Stadler: "Trauerarbeit ist genug getan"

SPÖ-Chef Matthias Stadler will unbelastet mit ÖVP verhandeln und hält nichts von Tier-Vergleichen.

Er hat die SPÖ in NÖ nach der Wahlniederlage am 3. März auf Rekordtief übernommen. Im KURIER-Interview erzählt der neue rote Landeschef, wie er Parteiarbeit und seinen Posten als Bürgermeister in St. Pölten unter einen Hut bringen will.

KURIER: Ihr Vorgänger Sepp Leitner hat den Slogan „Der neue Weg“ geprägt. Gehen Sie jetzt den ganz neuen Weg?
Matthias Stadler:
Es wird sicher ein ganz neuer Weg. Jede Position, die ich übernehme, werde ich persönlich prägen. Das habe ich auch als Bürgermeister getan. Aber ich habe als Demokrat anzuerkennen, dass es im Land eine deutliche absolute Mehrheit gibt. Wir werden unseren Weg auch danach ausrichten, wie uns die ÖVP einbindet.

Das heißt konkret?
Jetzt müssen wir abwarten, was bei den Parteiengesprächen in den nächsten Tagen herauskommt. Es war ja von einem Arbeitsübereinkommen die Rede. Mir geht es nicht nur um Posten. Es geht auch darum, wo findet man sich bei wichtigen Themen. Das Klima zwischen Sepp Leitner und Erwin Pröll war von Anfang an ein belastetes. Ich habe eine gute Gesprächsbasis mit dem Landeshauptmann, auf der ich auch aufbauen möchte.

Erwin Pröll hat gesagt, die Falken in der SPÖ wurden am Wahltag abgestraft, jetzt hätten in Ihrer Partei die Tauben das Sagen. Wie kommentieren Sie das?
Ich hab’s nicht mit Tier-Vergleichen. Und ich werde auch in die andere Richtung keine anstellen. Das wird auch meinen Stil ausmachen.

Wie wollen Sie Ihre beiden Funktionen, Bürgermeister und Parteiobmann, in der Praxis handhaben?
Ich werde das strikt trennen. Ich habe im Parteihaus ein Büro und im Rathaus auch. Ich habe zwei Dienstautos und zwei Chauffeure, die sich koordinieren. Genauso wie zwei Sekretariate.

Sie überlassen die Position des Landeshauptmannstellvertreters aber Karin Renner.
Ich kenne Karin Renner schon lange und habe sie schätzen gelernt. Darum habe ich sie in dieses Amt berufen. Ich bin mir sicher, dass ich mit ihr sehr gut zusammenarbeiten kann. Das gilt auch für den Rest meines Teams, das ich mir ausgesucht habe.

Wird es von Ihrer Seite Vorgaben für das Regierungsduo und die Landtagsarbeit geben?
Ich habe als Bürgermeister gelernt, mit vielen Playern zu arbeiten und Vorgaben zu geben. Ein Parteivorsitzender hat die Partei zu führen. Das werde ich tun.

Diese Partei befindet sich derzeit in einem Allzeit-Tief. Wie geht es jetzt weiter?
Das Wahlergebnis ist nicht erfreulich. Aber der Trauerarbeit ist genug getan. Jetzt gilt es, sich mit voller Kraft für die Nationalratswahlen im Herbst aufzustellen. Was die Landtagsarbeit betrifft, haben wir klare Vorstellungen. Wir wollen für die Niederösterreicher etwas erreichen. Und sollte das gemeinsam mit anderen gehen, dann werden wir uns dem nicht verschließen. Aber ich möchte offen und unbelastet in die Verhandlungen mit der ÖVP gehen.

In Ihrer Mannschaft sind einige Bezirke unberücksichtigt geblieben. Rechnen Sie da mit Widerstand?
Nein. Wir haben die klare Zielsetzung, stärker zu werden. Und dann hoffen wir auch, dass wir diese Bezirke entsprechend mit Mandaten versehen können.

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