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Chronik Niederösterreich
02/06/2014

Sohn und Tochter missbraucht: 4,5 Jahre Haft

51-Jähriger wurde in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein 51-jähriger Familienvater, der sowohl seine unmündige Tochter als auch den unmündigen Sohn jahrelang sexuell schwer missbraucht haben soll, ist am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Außerdem wurde die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verfügt. Der Mann nahm das Urteil an. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Somit ist der Schuldspruch noch nicht rechtskräftig.

Während der Elektriker zu Prozessbeginn am Dienstag die Vorwürfe noch geleugnet hatte, legte er am Donnerstag ein Geständnis ab. "Mein Herz tut so weh. Ich schäme mich so. Es tut mir so leid, es war ein Fehler. Ich liebe meine Kinder", gab er unter Tränen seine Schuld zu.

Fünf Jahre

Die Kinder waren erst sechs und neun Jahre, als sich der Vater an ihnen vergriff. Fünf Jahre dauerte das Martyrium der beiden. Die Übergriffe würden Lernzwecken dienen, suggerierte der Angeklagten den Opfern. Als sie älter wurden, drohten sie dem Vater mit Anzeige, da ließ er von ihnen ab. Tatsächlich wurden die sexuellen Übergriffe erst acht Jahre später publik - wohl auch deshalb, weil der Mann für einige Zeit in die USA gegangen war.

Am ersten Prozesstag, als man die Aussagen der Opfer hörte, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Am Donnerstag war Gerichtspsychiater Karl Dantendorfer am Wort und die Öffentlichkeit wieder zugelassen. Der Psychiater beschrieb den Angeklagten als manisch depressiven, an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leidenden Charakter. "Trotzdem hebt das die Zurechnungsfähigkeit nicht auf, der Mann wusste, dass er Unrecht beging", erklärte Dantendorfer. Er sagte dem 51-Jährigen ein "über der Norm erhöhtes Risiko für Rückfälle" zu.

Der Angeklagte wurde unter anderem wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und versuchter Blutschande schuldig gesprochen. Deshalb verurteilte ihn das Gericht auch dazu, seinen Kindern jeweils 10.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

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