Skelettfunde beim Schloss Marchegg

© Privat

Marchegg
07/31/2013

Skelettfunde beim Schloss

Untersuchungen ergaben, dass die Gräber aus der Zeit der Stadtgründung stammen.

Nach monatelanger Wartezeit ist es endlich Gewissheit: Die vergangenes Jahr entdeckten Skelette (der KURIER berichtete) im Schlossareal stammen aus der Zeit knapp nach der Stadtgründung anno 1268. Die vom Vera-Laboratorium der Universität Wien durchgeführte Radiokarbon-Untersuchung (C14-Untersuchung) ergab eine Datierung zwischen 1280 und 1400. Die höchste Wahrscheinlichkeit der Grablegung ist laut Franz Hubek, dem Marchegger Stadthistoriker, daher um 1340 anzunehmen. Ein ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammender Münzfund untermauert zusätzlich diese Altersbestimmung. Da laut Hubek für die weiteren Skelette ein knapp jüngeres Alter festgestellt wurde, erhärtet dies die Annahme, dass es sich bei der Fundstelle um einen mittelalterlichen Friedhof des damaligen Klosters handeln könnte. Laut anthropologischer Untersuchung wurden an dieser Stelle durchwegs junge Männer mit einem Maximalalter von 25 Jahren bestattet.

Grabung

Hubek: „Nach dem sensationellen Ergebnis der bisherigen Untersuchungen erscheint ein wissenschaftliches Grabungsprojekt unumgänglich. Die Kontaktaufnahme mit zuständigen Archäologen wurde bereits eingeleitet. Die Stadtgemeinde Marchegg erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse über die historische Entwicklung der Gründungsstadt Ottokars II.“

Kurz vor der Schließung der Fundstelle wurde durch die Archäologin Sandra Sabeditsch die obere Hälfte eines weiteren Skeletts entdeckt. Diese dritte Freilegung erwies sich insofern als bemerkenswert, da erstmals ein komplett erhaltener Schädelknochen (siehe Bild) gesichert werden konnte. Das überaus gut erhaltene Gebiss weist auf einen noch sehr jungen Menschen hin. Die parallele Ausrichtung der drei bisher entdeckten Skelettreste erhärten die Vermutung, dass man nahe des Schlosses auf einen ehemaligen Friedhof gestoßen ist. Mit Spannung werden nun die Ergebnisse des Naturhistorischen Museums erwartet.

„Eine nachfolgende offizielle Grabungsdokumentation könnte zudem weitere Informationen über Marcheggs Rolle im Mittelalter liefern“, sagt Hubek.

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