Chronik | Niederösterreich
03.04.2018

Schwechat: Anzeigen wegen Suchtgiftdelikten verdoppelt

Ursachen sind verstärkte Kontrollen am Flughafen sowie Ermittlungen im sogenannten "Darknet".

Insgesamt 3526 Anzeigen wurden im Jahr 2017 in Schwechat erstattet, das sind um 3,2 Prozent mehr als 2016. Doch während vor allem Raubdelikte und strafbare Handlungen gegen Leib und Leben sowie Firmen- Wohnungseinbrüche rückläufig waren, explodierte die Zahl der angezeigten Suchtgiftdelikte von 244 auf 496 Fälle. Laut Polizei ist das jedoch auf verstärkte Kontrollen sowie internationale Vernetzung im Rahmen des EU-Projektes „Bekämpfung des Suchtmittel- und Waffenschmuggels“ auf internationalen Flughäfen zurückzuführen sowie auf aufgedeckte Fälle der sogenannten Darknet-Kriminalität. Der Großteil der Anzeigen erfolgte daher im Bereich des Flughafens. Konkret soll vor allem Heroin und Kokain geschmuggelt worden sein.

Laut Kriminalstatistik 2017 wurde im gesamten Vorjahr lediglich ein Raubüberfall in Schwechat angezeigt. Auch die Anzeigen nach Einbrüchen auf Baustellen (2017: 14; 2016: 23) sowie in Firmen und Geschäfte (2017: 36; 2016: 68) wurden weniger. Allerdings verzeichnete die Polizei mehr Einbrüche in Keller, die Anzeigen stiegen von 38 Fällen im Jahr 2016 auf 44 Fälle im Vorjahr. Wohnungseinbrüche stagnierten nahezu mit 41 Anzeigen (2016: 43). Laut Stadtpolizeikommando konnten die Täter aus Tschechien, Serbien, der Slowakei, Österreich, Guatemala und Kolumbien ausgeforscht werden.

Zudem wurden im Vorjahr 52 Einbrüche in Fahrzeuge angezeigt, 2016 waren es 43 Anzeigen. Zwei Drittel der Coups wurden in der Stadt verübt, der Rest am Bereich des Flughafens. Den Kriminalisten gelang es 10 rumänische und drei slowakische Täter auszuforschen. Gestohlen wurden hingegen weniger Pkw, nämlich 13 statt 19 im Jahr 2016. 124 Anzeigen gab es darüber hinaus wegen gestohlener Fahrräder.

Insgesamt konnten die Schwechater Ermittler im Vorjahr einige Aufsehen erregende Fälle klären. Etwa als am Flughafen eine Reinigungskraft eine versteckte Pistole Kal 9mm am WC entdeckte. Die Waffe soll, so glauben Kriminalisten, von einem rechtsextremen Soldaten der deutschen Bundeswehr dort versteckt worden sein. Der Mann wurde festgenommen, als er 14 Tage später die Waffe abholen wollte. Ermittlungen in Deutschland ergaben, dass sich der Offizier im Zuge der Flüchtlingsbewegung 2015/16 als syrischer Flüchtling registriert haben soll. Er wurde zudem verdächtigt, gemeinsam mit einem Bundeswehrkollegen einen Terroranschlag auf einen Politiker zu planen. Seither sitzt der Oberleutnant in Deutschland in U-Haft. Der Fall schlug auch politisch Wellen.

Zudem überführten Schwechater Ermittler mehrere ungarische Lkw-Fahrer, die Frachtdiebstähle begangen haben sollen. Die Männer sollen medizinische Geräte, Telefone oder Schmuck während des Transportes durch Europa gestohlen haben. Der Gesamtschaden, der nicht zusammen arbeitenden Lkw-Fahrer, lag 2017 bei rund einer Million Euro.

Auch Banden, die Mietautos oder Gepäckstücke gestohlen hatten, konnten ausgeforscht werden.