Chronik | Niederösterreich
20.01.2012

Schulterschluss für vier neue Spitäler

Thermenregion – SPÖ und ÖVP wettern gegen Rechnungshof

Seit der Rechnungshof die Krankenhaus-Neubauten in der Thermenregion in Frage stellt, gehen in der Region in den roten und schwarzen Lagern die Wogen hoch. Mit einem Schulterschluss halten die Parteien an den Plänen fest, die Gesundheitseinrichtungen Mödling, Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen neu zu bauen.

Wie vom KURIER berichtet, spricht sich der Rechnungshof gegen den Neubau der Häuser Baden und Mödling in unmittelbarer räumlicher Nähe aus. Stattdessen sollte das Land nur ein Spital errichten. Dadurch könnten 34 Millionen Euro eingespart werden, sagen die Prüfer. „Das Ganze würde allerdings auf Kosten der Gesundheitsversorgung in der Region gehen“, kritisierten die Abgeordneten und Obleute der Gemeindevertreter-Verbände, Alfredo Rosenmaier (SPÖ), Franz Rennhofer und Roland Weber (beide ÖVP) am Freitag.

Das Zahlenmaterial spreche eine deutliche Sprache und würde die Notwendigkeit für vier Standorte untermauern, so die Politiker. Demnach liege die Zahl der Spitalsbetten österreichweit bei mehr als fünf pro 1000 Einwohner. „In der Thermenregion liegt dieser Wert sogar nur bei 3,9 Betten. Und wir wissen, dass die Bevölkerungszahlen in der Region enorm zunehmen“, so Rennhofer und Rosenmaier. Alleine im vergangenen Jahr gab es in den vier Kliniken 103.000 stationäre Aufnahmen und 800.000 ambulante Behandlungen. Die Landeskliniken würden außerdem zu den größten Arbeitgebern der Region zählen. Der Wegfall eines Standortes bedeute den Verlust von mehreren hundert Arbeitsplätzen, kritisieren die Abgeordneten.