© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
04/13/2021

Hunderte protestieren in St. Pölten gegen Lärm auf Schiene und Straße

Eine Bürgerinitiative hat bereits 350 Unterschriften gesammelt. Der KURIER besuchte den Initiator.

von Johannes Weichhart

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An klaren Tagen sieht Rudolf Kernstock den Ötscher. Für einen Blick auf die Westautobahn oder die Güterzugumfahrung (GZU) braucht er kein schönes Wetter, die Wohnung Kernstocks befindet sich im Süden St. Pöltens, ganz in der Nähe der Stadtsportanlage.

Mehr Lebensqualität

Der 62-Jährige lebt gern in dieser Gegend, allerdings sind ihm Straße und Schiene zu laut. Viel zu laut. Kernstock kämpft nun für mehr Lebensqualität – und er ist damit nicht alleine. 350 Personen haben bereits eine Online-Petition für einen "qualitativen Lärmschutz" unterzeichnet, die er gemeinsam mit Karin Schönleitner und Martin Schuster vor ein paar Wochen gestartet hat.

„Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung. Es zeigt, dass diese Probleme viele Menschen betreffen“, sagt Kernstock im Gespräch mit dem KURIER.

Tempo 80

Er geht davon aus, dass sowohl bei der GZU als auch bei der Autobahn die von der WHO empfohlenen Lärmpegel (54 Dezibel im Durchschnitt) überschritten werden. „Deswegen ist es dringend an der Zeit, dass neue Lärmschutzmessungen durchgeführt werden.“

Als Lösung sieht er beim A1-Abschnitt eine Tempo-80-Verordnung, die Güterzugumfahrung solle eingehaust werden. „Vor der Stadt kommen die Züge aus einem Tunnel raus, nach der Stadt fahren sie wieder in einen hinein. Das ist doch völlig unlogisch.“

Kernstock hat auch Verbündete in der Politik. Seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt, eine Tempo-Limit auf der Autobahn im Stadtgebiet durchzusetzen. Schon mehrmals wurden Resolutionsanträge nach Wien geschickt, doch bislang fand man bei keinem Minister Gehör.

Anfrage an die Ministerin

Nun hat der St. Pöltner SPÖ-Nationalratsabgeordnete Robert Laimer einen neuen Anlauf gestartet und eine Anfrage an Verkehrsministerin Leonore Gewessler von den Grünen geschickt. Er fordert, wie es auch in den Städten Salzburg, Linz, Klagenfurt und Innsbruck der Fall sei, eine Geschwindigkeitsreduktion ein.

Kernstock und seine Mitstreiter werden ebenfalls bei den Politikern bald vorstellig werden. „Wenn wir 500 Unterschriften erreicht haben, dann wollen wir diese an Stadt- und Landespolitiker übergeben.“

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