Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Salz & Pfeffer: Kitzwegers Guter Hirte

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem FREIZEIT-Kurier - Diesmal: Ein traditionsreiches Gasthaus mit "historischer" Weinkarte.

Vor etwa 20 Jahren sorgte das Gasthaus "Zum Guten Hirten" für kulinarische Aufmerksamkeit, weil da Neue Wiener Küche auf Gourmet-Niveau gekocht wurde. Aber nur kurz, dann gab's zahlreiche Besitzerwechsel und im Frühling übernahm schließlich Christian Kitzweger die Staffel - er wohnt im Nebenort und war von dem Jahrhunderte alten Gasthaus immer schon fasziniert.

Viel renovieren musste er nicht, das riesige Anwesen mit großem Garten, Fest-Bereich und Schank-Stube ist gut in Schuss, allein das "Jägerstüberl" wurde zur Weinbar mit Lounge umfunktioniert. Gekocht wird nun eine brave Wiener Küche mit einer winzigen Prise Kreativität, die sich aber auf wenige Gerichte wie Spargel in Tempura-Teig oder ein Blutwurst-Octopus-Gröstel beschränkt, das sich auch ein bisschen innovativer anhörte, als es dann tatsächlich war: gebratene Blunzenscheiben, gebratene Erdäpfelscheiben, dazu gebratener Tintenfisch auf Salat (9,50 €). Sonst gibt's die üblichen Standards auf gutem Niveau, das Wildragout war fein (€ 9,-), die gebackene Schweinsfledermaus saftig, hätte aber einen besseren Erdäpfelsalat verdient (9,50 €).

Bemerkenswert: Die Weinkarte stammt aus Kitzwegers vorigem Lokal in Oberlaa, da sind ein paar "historische" Weine zu tollen Preisen dabei.

Kitzwegers Guter Hirte, Himberg, Gutenhof 12, Tel.: 02235/86 231, Mo-Sa 11-24
Homepage: www.kitzweger.at

aus: FREIZEIT-Kurier vom 6.6.

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

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