Chronik | Niederösterreich
03.08.2018

Raubvogel auf der Rennstrecke

Das 1325-PS-Hypercar „Milan Red“ von Milan Automotive wurde in Leobersdorf entwickelt.

1325 PS bei 1300 Kilogramm Leergewicht – allein diese Spezifikation klingt schon nach einem echten PS-Monster. Der „Milan Red“ ist ein Hypercar und wird in Leobersdorf, Bezirk Baden, von Milan Automotive konzipiert. Der 36-jährige Geschäftsführer Markus Fux hat seinen Traum von einem Luxusboliden „Made in Austria“ zur Wirklichkeit gemacht.

„Wir haben so viel Wissen und Fertigkeiten in Sachen Automobilbau in Österreich, aber bisher wurde dieses Know-how noch nicht für ein Hypercar verwendet. Ich wollte dem ein Ende setzen“, erklärt der Autoenthusiast. Und die technischen Daten sprechen für sich: von null auf 100 beschleunigt der „Milan Red“ in 2,47 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit liegt weit über 400 km/h und das alles wird von einem 6,2 Liter V8 Quad Turbo Motor vollbracht.

Der „Milan Red“ der nach dem heimischen Raubvogel Rotmilan benannt ist, wird auf 99 Stück limitiert. Auf Österreichs Straßen wird man ihn dementsprechend wohl kaum sehen. Und das hat, neben der geringen Stückzahl, auch einen guten Grund, wie Fux berichtet: „Diese Hypercars sind nicht unbedingt für den klassischen Straßenalltag gedacht.“

18 Stück sind bereits reserviert. Ab 2020 soll das Auto ausgeliefert werden. Gebaut wird der Bolide in der Steiermark. 85 Prozent der Teile werden sogar in Österreich produziert.

Prestige

Während der größte Teil der Automobilentwicklung aktuell in Richtung umweltfreundliche Fahrzeuge und E-Mobilität geht, will Fux bewusst einen ganz anderen Weg gehen: „Mir ist klar, dass dieses Auto mit den klassischen fossilen Brennstoffen betrieben wird. Aber ich sehe das ähnlich wie bei Pferden. Früher waren sie Arbeitstiere. Heute werden sie nur noch von wenigen zum Sport verwendet. So wird es auch den Autos mit Verbrennungsmotoren ergehen. Während der größte Teil mit Hybrid oder E-Autos fährt, werden die klassischen Verbrenner zu einem Prestigeobjekt reduziert werden.“

Ein Elektroauto aus dem Hause Milan Automotive schließt der Geschäftsführer nach aktuellem Stand übrigens aus. Allerdings: „Die Hybrid-Technik finde ich sehr interessant. Da könnte vielleicht etwas kommen“, so Fux.