Chronik | Niederösterreich
30.03.2012

Raketen auf Kreuz, Böller in Telefonzelle und Postkastl

Prozess – „Beim nächsten Mal schaut das Urteil nicht so freundlich aus“, schärft Jugendrichter Markus Grünberger einem 16-jährigen Kracherwerfer ein, den er zu drei Monaten bedingter Haft (rechtskräftig) verurteilt hat. Sein Freund hatte bereits fünf Monate bedingte Haft am Landesgericht St. Pölten ausgefasst. Der Lehrling und der Schüler hatten es zur Jahreswende 2011/2012 in Ollern (Bezirk Tulln) mehr als erlaubt tuschen lassen und auch Vandalenakte gesetzt.

Begonnen hatte es mit einem Feuerwerkstest zwei Tage vor Silvester. Da schossen die Burschen mit Raketen eine Christusstatue vom Kreuz. Eine Tat, die via Schadenswiedergutmachung an den Verschönerungsverein außergerichtlich gesühnt wurde.

La Bomba

In der Silvesternacht wurde es heftig. Da ließ der Ältere einen „LaBomba“- Böller (verbotener Sprengkörper der Klasse III aus Tschechien) in einer Telefonzelle detonieren und der Jüngere „sprang auf den Zug auf“, wie es der Richter ausdrückte. Er zündete einen Schweizer Kracher in der Münzlade. Schaden 700 Euro. Auch ein Briefkasten wurde gesprengt, Schaden 300 Euro.

Im Juni 2011 hatten die Burschen die Wände eines Rohbaues mit Farbspray besprüht und die Biervorräte des Häuselbauers geleert. Der Anwalt spricht von einem „Lausbubenstreich – ein zugegeben depperter“. Eine Zeugin wird vom Richter mit „Auf Wiedersehen“ entlassen. „Hoffentlich nicht“ sagt sie.