Purkersdorf: „Wir wurden einfach im Regen stehen gelassen“

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Passagiere sind sauer auf die Bundesbahnen, weil der Schienenersatzverkehr nicht anrollte. ÖBB prüfen.

Diese Bahnfahrt wird Frau P. noch lange in Erinnerung bleiben. Am vergangenen Donnerstag war sie ab Abend in Neulengbach in den Zug gestiegen, um Richtung Wiener Westbahnhof zu fahren. Aber schon in Purkersdorf war Endstation. „Uns wurde gesagt, dass wir aussteigen müssen, ein Schienenersatzverkehr sei eingerichtet worden“, berichtet sie. Doch dann, so erzählen es Passagiere dem KURIER, sei nichts passiert. „Es war kalt und es gab ein Gewitter. Wir wurden einfach im Regen stehen gelassen“, heißt es.

Die Jüngeren, erzählt P., hätten sich schließlich auf die Suche nach einer Busstation gemacht, die älteren Männer und Frauen blieben im Bereich des Bahnhofs. Irritiert zeigte man sich vor allem darüber, dass auf dem Display angezeigt wurde, dass noch ein Zug kommen würde. Dies war allerdings nicht der Fall.

Nachdem einige Passagiere mehr als eineinhalb Stunden in der Kälte ausharrten, wurde schließlich ein Taxi bestellt. Anrufe beim ÖBB-Kundenservice wären erfolglos gewesen, man blieb in der Warteschleife hängen.

Vorfall wird geprüft

Bei den Bundesbahnen nimmt man die Schilderungen der Fahrgäste sehr ernst, betont aber, dass sehr wohl Busse in Betrieb genommen wurden.

„Drei Busse waren auch unterwegs“, sagt Sprecher Karl Leitner. Möglicherweise sei aber ein Hinweisschild durch den Wind weggeblasen worden. „Wir werden uns nun den möglichen Vorfall im Detail anschauen“, verspricht er.

Johannes Weichhart

( kurier.at ) Erstellt am 18.05.2018