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Wien/NÖ
07/17/2013

Kokain-Dealer belieferten Anwälte und Firmenchefs

Drogendealer bei Ermittlungen in Rotlichtszene aufgeflogen.

Nach dem Wiener Pizza-Koch, der die Schickeria mit Koks versorgte, deckte die Polizei eine weitere Drogen-Affäre auf. Dieses Mal wurden zwei Wiener Rechtsanwälte, Unternehmer und andere Abnehmer in zwei Bordellen an der Wiener Stadtgrenze zu Purkersdorf und in Wien-Ottakring mit Kokain versorgt. Nach Ermittlungen des nö. Landeskriminalamtes setzten die beiden Bordellbetreiber und einer ihrer Kellner Koks im Schwarzmarktwert von über 75.000 Euro um.

Die Drogenfahnder sind vor einigen Wochen durch einen Tipp aus der Szene aktiv geworden. Es folgten tagelange Observationen der beiden Bordelle sowie deren 40- und 52-jährigen Inhaber. Im Zusammenwirken mit Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität wurden die beiden Etablissements auf den Kopf gestellt und durchsucht. Und die Ermittler wurden auch fündig.

Weil die Bordelle schlecht gingen, glaubten die Betreiber sich mit dem Kokain-Verkauf finanziell über Wasser halten zu können. Sie dürften in einigen ihrer Kunden brave Abnehmer gefunden haben. Über den Zeitraum eines Jahres sollen die drei Hauptverdächtigen insgesamt 750 Gramm Kokain an den Mann gebracht haben. „Die Abnehmer stammten auch aus der Sado-Maso-Szene und verwendeten das Kokain vorwiegend zur Steigerung ihres Lustempfindens“, schildert einer der Kriminalisten.

Disziplinarverfahren

Zwölf Konsumenten wurden angezeigt – darunter auch die beiden Wiener Rechtsanwälte. Ihnen droht neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch ein Disziplinarverfahren bei der Rechtsanwaltskammer. „Wenn die Staatsanwaltschaft den Akt hat, beschäftigt sich auch unser Disziplinarrat damit. Noch wissen wir aber nichts von den Vorwürfen“, so die Vizepräsidentin der Wiener Rechtsanwaltskammer, Elisabeth Rech. Die beiden Bordellbetreiber sind in Haft.

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