Pflanzen-Fehlbildung durch Herbizid

© Stefan Straka

Pflanzen-Fehlbildung durch Herbizid
08/01/2012

Pflanzen-Fehlbildung durch Herbizid

Nach der neuesten Untersuchung eines Pflanzenexperten ist die Ursache für die Erkrankung einHerbizid.

von Stefan Straka

Das Blatt der Paradeiser-Pflanze kann man drehen wie man will, es ist an allen Seiten verrunzelt. So wie alle Pflanzen, die Kurt Rafalzik in seinem Gewächshaus in Korneuburg mit dem Brunnenwasser gießt. Jenem Grundwasser, das seit Jahren nachweislich mit dem Spritzmittel „Thiamethoxam“ verunreinigt ist. Doch jetzt kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das Spritzmittel gar nicht für die Pflanzen-Verkrüppelungen bei den Hobby-Gärtnern verantwortlich ist. Nach einem Gutachten der AGES (Agentur für Ernährungssicherheit) handelt es sich viel mehr um ein „wachstumshemmendes Herbizid“, das die Verkrüppelung bei den Gemüse- und Zierpflanzen sowie bei den Blumen auslöst.

Die Problematik „Thiamethoxam“ (Insektizid) im Grundwasser ist damit aber noch nicht gelöst. Wenngleich auch die Ermittlungen gegen den Pflanzenschutzmittel-Produzenten Kwizda kürzlich von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden. „Wir sind erschüttert und angefressen, was unsere Justiz macht“, sagt Rafalzik. Staatsanwaltschafts-Sprecher Friedrich Köhl verweist auf eine umfassende und intensive Untersuchung des gesamten Ermittlungsaktes, der auch etliche Sachverständigen-Gutachten enthielt. Letztlich wurde das Verfahren „mangels Nachweisbarkeit“ eingestellt.

Trotz der neuen Erkenntnisse sind die Hobby-Gärtner überzeugt, dass auch der Wirkstoff Thiamethoxam etwas mit der Veränderung der Pflanzen zu tun hat. „Es gibt zu viele Fragen, die bis heute offen sind“, sagt Rafalzik.

Bei den von Kwizda in Auftrag gegebenen Pflanzen-Gießversuchen in Bruck/Leitha lässt sich bis dato jedenfalls keine Wachstums-Irritation bei den Erdbeeren, Gurken und Paradeisern feststellen. Spannend wird es aber nochmals im Herbst. Da werden alle gegossenen Pflanzen einer Rückstands-Analyse unterzogen. Das heißt im Klartext: Dann ist ersichtlich, ob sich der Wirkstoff in den Früchten anhäuft oder nicht. Was die Frage des Verursachers betrifft, sagt Kwizda-Sprecherin Michaela Hebein: „Wir haben auch ein massives Interesse zu wissen, wo die Belastung herkommt.“

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