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Marchfeld
09/11/2014

Pestizide im Trinkwasser, Genuss ist unbedenklich

Global 2000 und Grüne fordern ein Umdenken beim Einsatz von chemischen Mitteln.

Die Qualität des Trinkwassers ist in Österreich unbestritten hoch. Dennoch weisen genauere Analysen im Labor immer wieder unterschiedlichste Substanzen im Wasser nach. Global 2000 hat heuer im April erstmals eine landesweite Erhebung von Fließgewässern durchgeführt. Das Ergebnis: Im Bezirk Gänserndorf ist das Wasser stark verunreinigt.

Untersucht wurden der Rußbach sowie der Mühlbach. In drei Wochenzyklen wurden jeweils Proben gezogen und untersucht. Mit bis zu 40 unterschiedlichen Pestiziden wurde eine alarmierend hohe Belastung festgestellt, sagt Helmut Burtscher, Chemieexperte von Global 2000. Festhalten möchte er jedoch, dass die heimischen Grenzwerte weit unter internationalen Richtlinien liegen und deshalb keine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Bewusstsein schärfen

Vielmehr geht es Amrita Enzinger, Landtagsabgeordnete der Grünen darum, das Bewusstsein zu schärfen. Die Hauptschuld an der Verschmutzung trage demnach die Landwirtschaft. "Allerdings leistet auch jeder Einzelne seinen Beitrag, wenn er Pflanzenschutzmittel im Garten verwendet", erläutert Enzinger.

Einmal pro Jahr untersucht das Umweltbundesamt das Grundwasser in sämtlichen Gemeinden. "Grundwasser ist allerdings nicht gleich Trinkwasser", sagt Enzinger. Deshalb fordert sie ein an das Grundwasser angelehntes Screening in Niederösterreich im Bezug auf die Qualität des Trinkwassers.

Darüber hinaus fordern sowohl Global 2000 als auch die Grünen, dass die Liste jener Pestizide, die bei behördlichen Proben analysiert werden, erweitert wird. "Denn wo kein Kläger, dort ist auch kein Richter", fasst es Burtscher zusammen. Demnach müsse zuerst das Problem erfasst werden, damit entsprechende Maßnahmen getroffen werden können.

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