Pestizid im Wasser: Gutachter schließt "Bienentod" nicht aus
Korneuburg - Reihenweise verwelkte Blumen und Pflanzen im Garten. Nachdem einige Haus- und Gartenbesitzer das durch das Pestizid "Thiamethoxam" verseuchte Grundwasser für den Pflanzentod verantwortlich machten, liefen in der Wasserrechtsbehörde die Telefone heiß. Die Behörde ließ nochmals untersuchen, welche toxischen Gefahren für Flora und Fauna von dem Pestizid-Grundwasser ausgehen können.
Die Experten von der AGES (Agentur für Ernährungssicherheit) gingen der Sache nach und begannen die letzten Laborwerte zu analysieren. Man kam zu dem Schluss, dass das Gießen mit belastetem Grundwasser keine Auswirkungen auf das Wachstum von Pflanzen hat. Zitat: "Auch die Konsumation von Gemüse und Obst ist bedenkenlos." Dennoch sollte das Grundwasser nicht in stehende oder langsam fließende Kleingewässer (z. B. Gartenteiche) eingeleitet werden. Das diene dem vorsorglichen Schutz von im Sediment lebenden Insekten.
Im Gutachten sollte auch explizit abgeklärt werden, ob das Gift für den mysteriösen Massentod bei den Bienenvölkern verantwortlich gemacht werden kann. Das Massensterben, von dem Imker berichten, wird ebenfalls mit einem Pestizid dieser Wirkungsgruppe in Zusammenhang gebracht. Aus der Expertise: "Eine Gefährdung von Bienen kann nicht ausgeschlossen werden." Die Bienen können mit Gift über Pfützen, die beim Gießen von Pflanzen entstehen oder über Pollen in Kontakt kommen. Dem könne aber mit frühmorgendlichem und spätabendlichem Gießen außerhalb der Bienenflugzeiten entgegengewirkt werden.
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