Chronik | Niederösterreich
30.06.2018

FPÖ NÖ watscht ihre Spitze bei Parteitag ab

FPÖ Niederösterreich verpasste ihrem Chef Walter Rosenkranz ein schwaches Ergebnis bei seiner Wiederwahl.

Obwohl kein Gegenkandidat antrat, erhielt der Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs nur 68,22 Prozent der Stimmen. Von 366 Wahlberechtigten beim Landesparteitag gaben 365 ihre Stimme ab, 249 stimmten für Rosenkrankz aber 116 nicht. Bei seinem ersten Antreten 2013 hatte er zwar ebenfalls nur 65 Prozent erreicht, 2015 waren es aber sogar fast 89 Prozent gewesen.  Rosenkranz nahm die Wahl an und erklärte zu dem doch mageren Ergebnis, er hoffe, beim nächsten Mal auch jene überzeugen zu können, die ihn heute nicht gewählt haben.

Denkzettel gab es anschließend auch für andere Spitzen der Partei. Der Generalsekretär der Bundespartei Christian Hafenecker fiel bei der Wahl zum Landesparteiobmann-Stellvertreter ebenso wie geschäftsführende Landesobmann Christian Höbart im ersten Wahlgang durch, weil sie die Wahlzahl von 181 Stimmen nicht erreichten.

Rosenkranz hatte in seiner Rede - ebenso wie Höbart und Generalsekretär Harald Vilimsky - auf die jüngsten Erfolge der Partei bei Wahlen auf Bundes- und Landesebenen verwiesen. "Wir sind wer in Österreich, in Niederösterreich". Man regiere, man gestalte mit. Angesprochen wurde die Entwicklung im Land bzw. "Migrationskrise" nach der Flüchtlingswelle 2015.

Vilimsky versprach eine Fortsetzung des Kurses, für den es Rückhalt in der Bevölkerung gebe, und hoffte auf eine Wende in der Europapolitik. An die Delegierten appellierte er, Einigkeit als Zeichen der Stärke zu zeigen.

Für Landesrat Gottfried Waldhäusl und seinen Nachfolger als Klubobmann im Landtag, Martin Huber, hatte es bereits beim Einzug der Ehrengäste zu Beginn der Veranstaltung viel Applaus gegeben. Über lang anhaltende Akklamationen durfte sich der Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Jänner 2018, Udo Landbauer, freuen. Er hatte in Konsequenz des Wirbels um Liederbücher der Burschenschaft Germania, deren stellvertretender Obmann er vorübergehend war, nach dem Votum alle politischen Funktionen zurückgelegt. Die Türen für seine politische Rückkehr würden "sperrangelweit offen" stehen, sagten Höbart, der von einer "bewusst inszenierten" Hetzkampagne sprach, und Vilimsky, der Landbauer durch ein Gutachten des Bundeskriminalamts (wonach die betreffenden Textpassagen bereits vor längerer Zeit geschwärzt worden waren) rehabilitiert sah.