Panzerknacker plünderten Tresor von Aktionskünstler Hermann Nitsch

Kuenstler Hermann Nitsch spricht am Freitag (19.05.11) im Museumszentrum Mistelbach Hermann Nitsch Museum in Mistelbach in Niede… © Bild: AP/Lilly Strauss

Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren Hunderttausend Euro sollen fehlen.

Mir wäre lieber, wenn sie über meine nächste Ausstellung im Museumszentrum Mistelbach schreiben würden, die nach Ostern eröffnet wird.“ Hermann Nitsch sitzt in der perfekt eingerichteten Küche in seinem Schloss in Prinzendorf im niederösterreichischen Weinviertel. Davon, dass am vergangenen Wochenende bis dato unbekannte Täter in sein Schloss eingebrochen sind, seinen Tresor aufgebrochen und dabei fette Beute gemacht haben, ist ihm nichts anzusehen.

Nachrichtensperre

„Ich darf darüber nicht viel reden. Die Kriminalpolizei sagt, dass Berichte in den Medien die Ermittlungen erheblich erschweren würden“, sagt der international bekannte Aktionskünstler und bietet neben Kaffee ein Achterl seines berühmten naturbelassenen Weines an, den er stets in Doppelliter-Flaschen abfüllen lässt.

Schloss Prinzendorf
Schloss Prinzendorf © Bild: Franz Eder

Von den Ermittlern war wiederum zu erfahren, dass das Innenministerium eine strikte Nachrichtensperre über den Kriminalfall verhängt hat. Durchgesickert aber ist – weder der Künstler noch die Beamten des Landeskriminalamtes bestätigen das im Detail – dass Nitsch, als er am Sonntag kurz nach Mitternacht ins Schloss zurückgekehrt war, feststellen musste, dass einige Türen und Fenster seines stattlichen Anwesens aufgebrochen worden waren. Minuten später war klar, warum: Der Tresor, in dem der Aktionist Geld und Wertsachen aufbewahrt hatte, war aufgebrochen und leergeräumt worden. In dem Stahlschrank sollen sich mehrere Hunderttausend Euro und wertvoller Schmuck befunden haben. Noch gestern waren Beamte der Tatortgruppe im Schloss aktiv. Eine Liste der gestohlenen Wertgegenstände musste erstellt und falls vorhanden, Fotos von fehlenden Schmuckstücken gesucht werden.

Alarmanlage war im Schloss keine auszumachen. Lediglich eine kleine gefleckte Hündin und ein altersschwacher Rüde dürften das Objekt „bewacht“ haben.

Ermittlungen

Ob sich gerade jemand im Schloss aufhält oder nicht, ist von außen sehr schwer auszumachen. Dazu kommt, dass nur Insidern die Existenz des Tresors samt dem interessanten Inhalt bekannt gewesen sein musste. Das alles stellt die Ermittler vor eine schwierige Aufgabe. Hunderte Personen aus dem In- und Ausland, die seit Jahren im Schloss ein- und ausgehen, müssen überprüft, zahllose DNA-Proben gezogen und ausgewertet werden. Dies wird vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen.

Erst nach Abschluss der Ermittlungen will die Polizei – so wurde verlautet – mit weiteren Details an die Öffentlichkeit gehen. Ob die Staatsanwaltschaft weitere Erhebungen in Auftrag gibt, entscheidet sich in den nächsten Tagen.

Erstellt am 06.03.2013