Opferstöcke serienweise geplündert

Prozess – Der Opferstock-Dieb schämt sich. „Meine Familie darf nichts davon erfahren“, sagt der polnische Angeklagte im Landesgericht Korneuburg. Und Richterin Xenia Krapfenbauer gibt zu bedenken: „Das Geld wird für Bedürftige gesammelt. Schämen Sie sich nicht? Eine Strafe werden Sie wahrscheinlich auch noch von da oben (zeigt zum Himmel) bekommen.“

32 Orte in NÖ, Wien und der Steiermark waren auf der Landkarte eingezeichnet, die der 35-Jährige bei seiner Verhaftung in Wolkersdorf dabei hatte. 32 Kirchen also, die geplündert werden sollten – 21-mal klappte es. Mit einem Doppelklebeband wurden Münzen aus den Opferstöcken gefischt. Der Angeklagte soll Aufpasser-Dienste verrichtet haben, sein Komplize ist flüchtig.

In der Wolkersdorfer Lourdeskapelle allerdings war es der angeklagte Pole, der beim Geldfischen beobachtet wurde. Die alarmierte Polizei musste den Mann nur noch abholen. Der Gesamtschaden beträgt rund 500 Euro. „Sie als Pole sollten doch sehr religiös sein“, meint die Richterin. Das ist er auch, beteuert der Mann. „Ich geniere mich so.“

Urteil: 15 Monate, davon drei hinter Gittern. Rechtskräftig.

(kurier) Erstellt am
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