© ÖBB / Kajetan Steiner

Chronik Niederösterreich
03/29/2019

ÖBB: Weinviertler Linie Schweinbarther Kreuz wird eingestellt

Wegen geringer Auslastung wird die Linie ab Dezember nicht mehr befahren. Am Freitag wurde neues Öffi-Konzept vorgestellt.

von Lisa Rieger, Dominik Schreiber

Die ÖBB-Bahnlinie Schweinbarther Kreuz im Weinviertel, die die Bezirke Gänserndorf und Mistelbach verbindet, wird aufgrund einer zu geringen Auslastung mit Dezember eingestellt. Dafür soll im September ein neues Bussystem eingeführt werden, erklärte Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) am Freitag. Ende 2021 soll die Region gar zu ersten E-Bus-Region Niederösterreichs werden.

Taktverdichtungen

Schleritzko betonte: „Der Bus bringt einige Vorteile. Wir starten früher, enden später und haben untertags mehr Angebot.“ Neben der besseren Taktung rücke das Angebot auch näher an die Menschen: „Mit dem Bus gelingt es, die Zahl der Menschen, die innerhalb von 500 Metern zu ihrem Wohnort eine Haltestelle finden, von 4800 auf fast 13.600 zu verdreifachen“, sagte er. Ab Herbst 2020 sollen Theater- und Talentebusse eingeführt werden, die Kulturbegeisterten das Heimkommen ermöglichen und die Schulen der Region besser anbinden. Ein Jahr darauf „machen wir das Schweinbarther Kreuz zur ersten E-Bus-Region in NÖ“, sagte Schleritzko. Dafür wird eine eigene Ladeinfrastruktur bereitgestellt. So könne der ökologische Fußabdruck reduziert werden.

Kritische Stimmen

Kritik an den Plänen gibt es dennoch. Die Gewerkschaft Vida stellte Protestmaßnahmen zusammen. So wurde Schleritzko mit einer Protestkundgebung empfangen, außerdem gibt es eine Unterschriftenliste für Pendler. SPÖ-Klubdirektor Erich Trenker will für die nächste Landtagssitzung am 11. April einen Dringlichkeitsantrag einbringen. Dass die Unsicherheit bei den Pendlern und Bürgermeistern groß sei, betonte die Dritte Landtagspräsidentin Karin Renner von der SPÖ. Sie wies darauf hin, dass die ÖVP NÖ noch im Herbst versichert habe, keine Bahnlinien zu schließen. Renner: „Die Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung ist groß – niemand weiß genau, wie es ab Dezember weitergehen soll.“

Und Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation Virus sprach von einer Fortsetzung des „Schienen-Kahlschlages bei gleichzeitiger Straßenbauwut“ Beate Kainz von den Grünen Gänserndorf ergänzte, dass keine Nebenbahn durch einen Bus ersetzt werden könnte. 

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