Chronik | Niederösterreich
24.10.2018

NÖ: Maulkorbpflicht für alle Hunderassen angedacht

Auch Maßnahmen wie ein "NÖ Hundepass" und eine Datenbank für auffällige Tiere könnten umgesetzt werden.

Nach einem tödlichen Hundebiss in Wien und einer weiteren Attacke in Perchtoldsdorf, Bezirk Mödling, soll bei der Hundehaltung nachgeschärft werden.

Bei dem von Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl angekündigten Sicherheitsgipfel wurden am Mittwoch Maßnahmen wie ein „Hundepass“ für alle Tierhalter oder Maulkorbpflicht an öffentlichen Plätzen diskutiert. „Übrig bleibt etwa, dass die Hundehalter in die Pflicht genommen werden müssen“, betont Waldhäusl.

Bei dem Gipfel diskutierten Experten der Tierärztekammer, der Tierschutzombudsstelle, vom Kynologenverband sowie der Exekutive Lösungen, die Zahl der Hundebisse zu verringern. 2017 wurden österreichweit 3600 Bisse registriert. Konkret sollen die Ausbildung der Hunde und Sachkunde der Halter neu aufgesetzt werden. So könnte es notwendig sein, dass Leute vor der Anschaffung eines Hundes gewisse Qualifikationen vorweisen müssen. Ein „NÖ Hundepass“ samt Lichtbild soll die Teilnahme an Ausbildungsmodulen belegen. Zudem soll an öffentlichen Plätzen eine Regelung zur Maulkorbpflicht eingeführt werden – für alle Rassen. Bisher galt Leinen- oder Maulkorbzwang, lediglich für Listenhunde war beides vorgeschrieben. An welchen Orten die Regelung gelte, sollen die Gemeinden selbst festlegen. Denkbar wäre dies vor Schulen oder Kindergärten sowie bei Festen, heißt es aus dem Büro des Landesrats. In einer Datenbank sollen künftig Auffälligkeiten von Hunden, Bisse oder Tierhalteverbote registriert werden.

Die Vorschläge werden nun von der Fachabteilung geprüft, dann werden die Maßnahmen in den Landtagsklubs diskutiert werden. Gesetzesänderungen sollen nächstes Jahr folgen.