Chronik | Niederösterreich
30.05.2018

Neue Regeln nach der Schiffskollision in der Wachau

Privatboote und Schiffe müssen für die Sonnenwende am 23. Juni registriert werden.

Auch wenn die Staatsanwaltschaft Krems die strafrechtlichen Ermittlungen nach der Schiffskollision bei der Wachauer Sonnenwende im Juni 2016 eingestellt hat, sind daraus Konsequenzen gezogen worden. Heuer übernimmt die TourismusagenturDonau Niederösterreich“ erstmals die Veranstalterrolle und koordiniert am 23. Juni gemeinsam mit den Behörden und Rettungsorganisationen den Ablauf auf der Donau. Neu ist, dass für das feurige Sommerspektakel alle teilnehmenden Schiffe und Sportboote registrieren werden müssen.

Wie berichtet, kam es bei der Sonnenwende am 18. Juni 2016 zu einem Zwischenfall, bei dem ein Passagier schwer und vier leicht verletzt wurden. Das gecharterte Schiff, auf dem sich der damalige Landeshauptmann Erwin Pröll und seine prominenten Gäste befanden, wurde auf der Donau bei Dürnstein von einem zweiten Schiff touchiert. Laut Gutachten hatte eine Verklemmung des Ruders die MS Schönbrunn manövierunfähig gemacht und war die Ursache für eine Kollision mit der MS Austria.

Neue Aufgabe

„Bisher gab es keinen Veranstalter auf dem Wasser. Wegen des Unfalls hat uns das Verkehrsministerium gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagt Geschäftsführer Bernhard Schröder. Somit soll ein reibungsloser Ablauf garantiert werden. Entgegen anderslautender Meldungen gibt es kein Verbot für Privatboote. Einziger Unterschied zu früher ist, dass alle Bootsführer und Schiffskapitäne Teilnahmebedingungen einhalten müssen. „Bei der Anmeldung verpflichten sie sich, dem vorgeschriebenen Ablauf zu folgen“, erklärt Schröder. Ausschließlich die Betreiber von Fahrgastschiffen müssen noch zusätzlich eine Gebühr entrichten. „Damit werden die Kosten für die Rettungskräfte und bei den Behörden bezahlt“, sagt der Geschäftsführer. Zudem wird ein nautischer Fachmann mit der Schifffahrtsaufsicht auf dem Wasser unterwegs sein, um via Funk für Ordnung zu sorgen.

Einen Auftrag hat diesmal auch die Kremser Wasserrettung erhalten, die darauf achten soll, dass gefährliche nautische Manöver verhindert und Notfälle rasch an Land gebracht werden. "Bei der Wachauer Sonnenwende wird es unser Job sein, rasch am Ort des Geschehens zu sein. Erfahrungen haben wir. Immerhin hatten wir auch schon bei mehreren Starnächten aus der Wachau einige Aufgaben", sagt Robert Enzinger, Leiter der Wasserrettung Krems. Weitere Infos im Internet unter: www.sonnenwende.at/internes