Chronik | Niederösterreich
12.01.2013

Neue Deponie könnte Entlastung bringen

Fürst Liechtenstein verkauft genehmigte Deponie an die Firma Hans Zöchling.

In dem Tal, wo derzeit Wintergetreide im Keimen ist, soll eines Tages auf einer Fläche von 180.000 m²(18 Hektar) Müll deponiert werden. Das Vorhaben bei Kettlasbrunn (einer Katastralgemeinde von Mistelbach) sorgte seinerzeit für zahlreiche Proteste innerhalb der Bevölkerung. Inzwischen durchlief das Deponieprojekt alle Genehmigungsverfahren und darf sofort in Angriff genommen werden. Nur der Eigentümer des Areals samt aller in einer Firma gebündelten Genehmigungen ist seit einigen Tagen ein anderer: Es ist ein Unternehmen von Hans Zöchling, der auch zwischen Mistelbach und Wilfersdorf eine Deponie betreibt.

Einsprüche

Dort wird er seit Jahren von der Bürgerinitiative „Gegengift“ mit Einsprüchen eingedeckt, die bis dato verhinderten, dass Zöchling Metalle aus dem Müll holen darf, bevor er ihn endgültig deponiert. Seiner Meinung nach sei das „unverantwortlich“, dass er daran gehindert werde, Wertstoffe aus dem Müll zu sieben, die woanders im Bergbau auf Kosten der Umwelt gewonnen werden.

Am Freitag machte Zöchling der Bürgerinitiative ein Angebot: Wenn ab sofort keine rechtlichen Schritte gegen die Entmetallisierunganlage mehr von Seiten der Bürgerinitiative ergriffen werden, dann verzichtet er auf einen Parallelbetrieb beider Deponien. Die Vorteile lägen laut Zöchling klar auf der Hand: Zum einen könne die Deponie bei Mistelbach schneller verfüllt werden. Ab dann würden auch keine Lkw mehr durch die Stadt fahren und auch das kritisierte Umladen des Mülls am Mistelbacher Frachtenbahnhof würde ein Ende haben. Und: Der Antransport des Mülls auf die neue Deponie würde nicht mehr durchs Ortsgebiet sondern über die B7 beziehungsweise über die A5 erfolgen.

„Das Fürstenhaus beziehungsweise dessen Firma wollte nicht in einem fremden Metier tätig werden, darum hat es uns das Projekt samt dem Areal zum Kauf angeboten“, sagt Zöchling, der sich aus „strategischen Gründen“ zum Kauf entschloss.
Auf dem neuen Standort können rund eine Million Kubikmeter Müll deponiert werden. Darf er, Zöchling, auch dort seinen Müll entmetallisieren, dann wäre er zudem bereit, bei Kettlasbrunn keinen gefährlichen Massenabfall zu deponieren.