Chronik | Niederösterreich
27.08.2018

FPÖ-Funktionär nach Posting zu ÖBB-Werbung dienstfrei gestellt

Ein wütender Online-Kommentar zur ÖBB-Werbung könnte einen Amstettener FPÖ-Funktionär nun seinen Job kosten.

"Dass Worte soviel anrichten können, hat mich tief geschockt." Über Bruno Weber schwappte in den vergangenen Tagen aufgrund seines mittlerweile österreichweit bekannten Facebook-Postings eine Welle der Kritik. Nun könnte der vielfach als homophob und rassistisch beurteilte Kommentar auch das Ende seiner beruflichen Karriere bedeuten.

Sein Arbeitgeber, ein großer international tätiger Industriebetrieb im Bezirk Amstetten, habe ihn jetzt dienstfrei gestellt, bestätigt Weber gegenüber dem KURIER. „Man will mich gerichtlich kündigen. Und das nach fast 30 Dienstjahren.“ Weber ist im Unternehmen Betriebsratsvorsitzender.

Den Amstettener FPÖ-Stadtrat holt damit sein Zornausbruch auf Facebook ein, wo er ein ÖBB-Werbesujet, das ein gleichgeschlechtliches Paar mit Kleinkind zeigt, mit „Schwuchteln“ und „Neger“ kommentierte und schrieb, „mir graust“.

Das Posting brachte Weber eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Linz ein. „In den nächsten Tagen“ soll Weber deshalb vom oö. LVT (Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung) befragt werden. Unabhängig von einer möglichen Anklage durch den Staatsanwalt, etwa aufgrund des Verhetzungsparagrafen, wartet auf Weber eine Tagsatzung beim Arbeitsgericht, das über die Rechtmäßigkeit der Dienstfreistellung urteilen wird.

Seine Tätigkeit als Funktionär der Arbeiterkammer NÖ dürfte ihm übrigens wenig nutzen: AKNÖ-Präsident Markus Wieser hat ihn bereits persönlich aufgefordert, seine Kammerfunktionen niederzulegen.

"Das Posting war ein Blödsinn, den ich auch eingestehe. Es tut mir unendlich leid. Ich habe gelernt."

Bruno Weber | FPÖ-Stadtrat

„Es tut mir unendlich leid“, betont Weber. „Ich habe wirklich nichts gegen Homosexuelle oder Andersfarbige. Jeder soll so leben, wie er möchte. Es ging mir nur um den Begriff der Familie.“ Deshalb habe ihn das Werbesujet „so gewurmt“. Das Posting sei „ein Blödsinn“ gewesen, den er eingestehe.

Nächste Woche möchte er als sichtbares Zeichen seiner Reue 1500 Euro an den Verein „Licht für Kinder“ übergeben.