Tempo und Bremsdynamik unterscheiden sich beim E-Bike von normalen Rädern

© Paolo Cipriani/istockphoto

Chronik Niederösterreich
04/03/2019

Mountainbike: Mehrere Unfälle zum Saisonbeginn

Unerfahrene und übermütige Mountainbiker überschätzen sich, heißt es von Experten. Wie man sich bei Unfällen verhalten soll.

von Lisa Rieger

Die Mountainbike-Saison ist eröffnet. Im Wienerwald wird das Angebot um rund 80 Kilometer erweitert. Mountainbiken wird immer mehr zum Breitensport – „mit der Herausforderung, dass auch viele unerfahrene Menschen kommen“, sagt Saul Ferguson, Vorstandsmitglied von Wienerwald Trails. An den vergangenen zwei Wochenenden kam es beim Weidlingbach Trail (Bezirk Tulln) zu vier Unfällen mit Verletzten. Und auch beim Trailcenter Hohe Wand Wiese gab es zwei Unfälle.

Die frühlingshaften Temperaturen zogen viele in den Wald. „Mit unseren neuen Trails sehen wir auch einen Zuwachs an neuen Menschen, die kein oder nur wenig Fahrkönnen haben, sich selbst überschätzen oder nur mangelende Ausrüstung haben“, erläutert Ferguson. Alexander Arpaci von der Hohen Wand Wiese sagt außerdem: "Es ist der Anfang der Saison und die Menschen überschätzen sich maßlos. Sie springen auf und denken, sie können da anfangen, wo sie bei der vergangenen Saison aufgehört haben."

Anfänger und Fortgeschrittene

Beim Weidlingbach Trail gibt es zwei Strecken – eine für Anfänger und eine für Fortgeschrittene. Die einfachere Strecke ist für Einsteiger gedacht. Es gibt keine Sprünge und ist laut Ferguson für jeden befahrbar. Die forgeschrittene "Funline" hingegen hat steilere Kurven, viele Sprünge, teilweise schauen die Wurzeln hervor. "Sie ist um einiges anspruchsvoller, aber direkt neben der Anfängerstrecke, dass man sich entscheiden kann, wo man fährt", erklärt Ferguson.

Die Unfälle hätten sich alle auf der "Funline" bei den Sprüngen ereignet. "Theoretisch muss man nicht springen, man kann auch einfach drüberfahren. Es ist Eigeneinschätzung erforderlich, mit welcher Geschwindigkeit man drüberfährt und ob man abhebt oder nicht. Es ist alles so sicher wie möglich gestaltet", sagt Ferguson.

Im Vorfeld sei ein Konzept mit den Einsatzkräfte erarbeitet worden. So sind beide Strecken in Sektoren eingeteilt. „Damit bei einem Notruf der Suchbereich eingeschränkt werden kann“, sagt Ferguson. Sollte nach einem Sturz ein schmerzfreies Gehen möglich sein, empfiehlt Ferguson, sich zum Anfang oder Ende des Trails zu bewegen, um den Einsatzkräften die Arbeit zu erleichtern.

Notruf-Apps

Anna-Maria Walli von der Bergrettung rät außerdem, immer ein kleines Erste-Hilfe-Paket mitzuführen, um kleinere Schrammen selber verarzten zu können. Außerdem gebe es Notruf-Apps, die automatisch auch die Koordinaten mitschicken. Ansonsten solle man immer genau wissen, wo man gerade unterwegs ist, "weil man dann den Einsatzkräften genauere Angaben geben kann", wenn man den Notruf 140 wählt.

"Bei den meisten Unfällen mit Mountainbikes machen die Menschen einen Salto über den Lenker. Schulterverletzungen und Schlüsselbeinbrüche sind klassische Verletzungen", sagt Walli. Und: "Sonst sind es meist kleinere Sachen, dass man beim Bremsen wegrutscht zum Beispiel." Die Sicherheitsausrüstung sei essentiell: "Es ist wichtig, Helm und Protektoren zu verwenden." Und sie macht darauf aufmerksam, dass man sich anderen Waldbenutzern gegenüber höflich und respektvoll verhalten soll: "Viele fahren viel zu schnell an Wanderern vorbei."

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