Mord-Selbstmord: Obduktion soll Ehedrama klären
In der kleinen Marchfeldgemeinde Fuchsenbigl bei Haringsee im Bezirk Gänserndorf, NÖ, rätselt jedermann über die Hintergründe der Familientragödie. Wie der KURIER berichtete, soll Samstagmittag ein 52-jähriger Manager eines Pharmakonzerns seine 47-jährige Gattin, mit der er zwei erwachsene Kinder hat, mit einem Taschenmesser erstochen haben. Danach soll der Mann Selbstmord durch Erhängen in seinem Gartenhaus verübt haben.
Die Hintergründe der Bluttat sind weiter unklar. Fest steht nur, dass Sandor und Maria A. in Scheidung gelebt haben. Und dass Sandor A. nach einem Selbstmordversuch - er hat sich am Handgelenk die Pulsadern aufgeschnitten - im Krankenhaus Tulln in Behandlung war.
Samstagvormittag will eine Anrainerin den Mann bereits um 9 Uhr vor seinem Haus gesehen haben, das er größtenteils selbst gebaut hat. Vor rund einem Monat hat Maria A. bei der Polizeiinspektion Lassee Anzeige erstattet. Ihr Mann soll sie tätlich angegriffen haben. "Wir konnten damals aber keinerlei Verletzungsspuren bei der Frau feststellen und haben daher den Mann lediglich wegen Körperverletzung angezeigt", so ein in den Vorfall involvierter Polizeibeamter.
"Nett, unauffällig und fleißig"
Nachbarin Hannelore Brychta beschreibt die beiden ungarisch-stämmigen Rumänen mit österreichischer Staatsbürgerschaft als "nett, unauffällig und fleißig": "Wir hätten uns keine angenehmeren Nachbarn wünschen können."
Die Familie sei vor rund drei Jahren nach Fuchsenbigl gekommen, habe ein Baugrundstück privat erworben und sich darauf ein komfortables Haus errichtet. Sandor A. nutzte praktisch jede freie Minute zum Hausbau. Als Baustoff verwendete er größtenteils Holz, das er aus Rumänien importierte.
Warum seine Frau die Scheidung einreichte, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Man hatte sich schon auf eine einvernehmliche Auflösung der Ehe geeinigt. Beim Gerichtstermin verweigerte Sandor A. jedoch die Unterschrift.
Um mehr Licht in die Sache zu bringen, ordnete die Staatsanwaltschaft Korneuburg die Obduktion von Sandor und Maria A. an. "Wir wollen einfach sicher gehen, dass die Tat so passiert ist, wie sie passiert zu sein scheint", sagte ein Kriminalist.
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