Mödling: Neues Spital geht in Vollbetrieb

© Bild: Katharina Zach

Das Landesklinikum wurde am Mittwoch offiziell eröffnet / der Neubau kostete rund 157 Millionen Euro

Acht Jahre nach dem Spatenstich und zwölf Jahre nach Ende der Planungen wurde am Mittwoch die offizielle Eröffnung des neuen Landesklinikums Mödling gefeiert.

Der Neubau war eine logistische Herausforderung: Auf 54.000 Quadratmetern entstand während des laufenden Betriebs am Standort des alten Spitals eine neue Klinik, die künftig drei Pavillons, sieben Abteilungen, fünf OP-Säle und 338 Betten bieten wird. Rund 157 Millionen Euro kostete der Neubau. Sukzessive waren seit 2014 die neuen Pavillons in Betrieb genommen worden. Ganz fertig ist das Klinikum freilich noch nicht: Der bisherige Eingangsbereich wird noch heuer abgerissen, ab 1. Juni befindet sich der Eingang in der Payergasse.

Zur offiziellen Eröffnung gratulierten neben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auch ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landtagspräsident Karl Wilfing. „Im Klinikneubau in Mödling können sich die Patienten sicher versorgt und wohl fühlen“, betonte Mikl-Leitner, die die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen in den Spitälern Mödling und Baden lobte. So setzt Mödling mit dem Gynäkologie- und Geburtenschwerpunkt – mehr als 2200 Kinder werden jährlich zu Welt gebracht – und der Kinderabteilung auf ein Eltern-Kind-Zentrum. Zudem finden sich Schwerpunkte für Orthopädie und Innere Medizin sowie eine nagelneue Neurologie (siehe unten). Insgesamt hat das Land in den vergangenen Jahren zwei Milliarden Euro in die Landesspitäler investiert.

Kritik und Pannen

Der Bau verlief nicht immer friktionsfrei. Bereits bei der Planung wurde kritisiert, dass sowohl die Spitäler Mödling als auch Baden neu gebaut werden anstatt ein gemeinsames Haus zu planen. Dann begleitete eine Pannenserie die erste Bauphase – so stürzte etwa der Hubschrauberlandeplatz ein, zudem sorgte ein Wassereintritt für Schimmel in den neuen Räumen. Der Baustellenverkehr rief Anrainerproteste hervor. Schließlich sorgte die neue Fächerverteilung für Unmut. Denn die Unfallambulanz für Erwachsene wurde 2016 nach Baden verlegt, der Kardiologie-Schwerpunkt nach Wiener Neustadt. Landes-Vize Pernkopf sprach bei dem Festakt von einer Operation am offenen Herzen. Die OP ist nun vorbei, am 4. Juni soll das Klinikum in Vollbetrieb gehen.

Neurologie sucht noch Fachärzte

Die neue Abteilung wird heuer sukzessive ausgebaut

2016 wurde verkündet, dass das Krankenhaus Mödling eine Neurologie samt Stroke-Unit erhält, Ende des Jahres soll der „neurologische Vollbetrieb“ gewährleistet sein.
Bereits jetzt wird die neue Abteilung, die der erfahrene Neurologe Karl Matz übernommen hat, Schritt für Schritt in Betrieb genommen. Sechs Fachärzte sind bisher eingestellt, die Pflegekräfte werden eingeschult. Auch die ersten Therapeuten seien bereits aufgenommen worden, heißt es seitens des Ärztlichen Direktors Johann Pidlich. Ein  MRT-Gerät wurde sogar außerhalb des Großgeräteplans des Landes bewilligt und angeschafft.

Der Schwerpunkt soll vier Betten in der Stroke-Unit für neurologische Notfälle, vier weitere für schwer betroffene Patienten („Phase-B-Betten“)  und 24 Betten auf der Normalstation umfassen. Dazu sollen noch weitere elf Ärzte aufgenommen werden, auch eine fachärztliche Ausbildungsstelle ist beantragt.

( kurier.at , kaz ) Erstellt am 16.05.2018