Mit Humor gegen das Zuagrast-Dasein

Retz – Frauen-Duo schrieb bissiges und zynisches Buch

Krapferl gibt es nicht nur zu Weihnachten. Krapferln, also Kekse, werden auch für große Feste gebacken – nur ein Detail, das Zuagraste, also Zugezogene, irritieren kann. Oder auch, dass die Lebensgefährtin des Herrn X auch öfters als solche angesprochen wird. Und nicht als Frau Kronsteiner oder Frau Mulley. So heißen die beiden Damen, die über eben solche Erfahrungen in ihrem „Selbsthilfe-Buch“ berichten. Und „oje. zuagrast.at“ heißt das Buch der beiden. Realer Schauplatz ist die Weinstadt Retz.

Die Liebe hat sie zu Zuagrasten im Weinviertel gemacht. Und ihr Dasein ist kein einfaches. Anschluss zu finden, fiel den Frauen gar nicht leicht. „Dabei bin ich kein scheues Wesen“, sagt Heidemarie Kronsteiner, ein Mostviertler Bergbauernkind. Da half es auch nichts, dass sie gerne Krapferl bäckt und guten Wein schätzt. „In Retz kriegt man ja sogar beim Friseur ein Glaserl Wein. Hat man aber eines zu viel getrunken, spricht sich das schnell herum.“ „Als Frau nippst du besser nur“, sagt die Wienerin Ursula Mulley, übrigens eine bekennende Biertrinkerin.

Therapie

Auf der Suche nach einem Ventil, fing Kronsteiner an, ihre Erlebnisse im Internet als elsablue zu bloggen. Und siehe da – schnell fand sich rosenrot, eine Leidenspartnerin, die ähnliche Geschichten schilderte. So fanden sich zwei Wahl-Retzerinnen in der großen Welt des Internet.

Die Konversationen, die die beiden Frauen im Buch festgehalten haben, sind bissig und zynisch, teils überzogen und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, darauf bestehen die Autorinnen. „Persönliche Dinge mit globalen Weisheiten“, nennen sie augenzwinkernd ihr Werk.

Erhältlich ist das Buch (ISBN-13: 978-3850405324, erschienen im Vindobona-Verlag) inkl. zwei Flaschen Wein unter anderem im Weinquartier Retz und im Retzer Tourismusbüro um 21,90 bzw. 22.90 Euro.

oje.zuagrast.at

( Kurier ) Erstellt am 27.03.2012