Chronik | Niederösterreich
25.06.2018

Missbrauch: Vier Jahre Haft und Einweisung für Ex-Lehrer

37-Jähriger bekannte sich der Übergriffe auf vier elf und zwölf Jahre alte Schülerinnen schuldig.

Seit 2010 unterrichtete Michael M. an einer AHS im nö. Industrieviertel. Der Lehrer für Geografie und technisches Werken war beliebt. Doch M. fühlte sich zu seinen Schülerinnen sexuell hingezogen – die jüngsten waren erst elf Jahre alt.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger, Missbrauchs der Amtsgewalt und eines Autoritätsverhältnisses sowie pornografischer Darstellung Minderjähriger stand M. am Montag in Korneuburg vor Gericht. Der mittlerweile gekündigte Pädagoge bekannte sich schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ausgesprochen. Das (nicht rechtskräftige) Urteil: Vier Jahre Haft plus Einweisung.

Laut Anklage habe der 37-Jährige 2015 erstmals versucht, einer Schülerin körperlich näher zu kommen. Er soll angeboten haben, ihr gegen den Austausch von Zärtlichkeiten einen USB-Stick mit Maturafragen zu geben – sie lehnte jedoch ab. Später habe der AHS-Lehrer Fotocollagen hergestellt, bei denen er Porträts seiner Schülerinnen in Pornodarstellungen einfügte. Auch seinen Körper montierte er demnach in die Bilddateien.

2017 soll der 37-Jährige Schülerinnen dann dazu gebracht haben, im Rahmen des Unterrichts seinen Intimbereich durch ein Loch in einer Styroporwand zu betasten. Ein anderes Mädchen soll er selbst im Genitalbereich berührt haben. Vier elf und zwölf Jahre alte Schülerinnen wurden Opfer.

Ein Gutachten attestierte eine „erhebliche, tief liegende Persönlichkeits- und Sexualstörung“, die durch bizarr anmutende pädophile Handlungen mit sadomasochistischen Elementen gekennzeichnet sei. Wenn einem eine Zwölfjährige in sexueller Hinsicht gefällt, „dann ist das nicht normal“, erklärte die Staatsanwältin, die von einer „höhergradigen geistig-seelischen Abartigkeit“ sprach und ein hohes Rückfallrisiko sah. M. habe laufend Grenzüberschreitungen begangen, die immer schlimmer wurden.

Vor den Schöffen beteuerte der 37-Jährige, dass es ihm leid tue. Seine Anwältin Martina Hackl betonte, dass M. geständig gewesen sei. Er könne sich die Grenzüberschreitungen nicht erklären. Sie beantragte ein weiteres Gutachten zur Frage der Einweisung. „Ich kann aus dem Gutachten (der Anklage, Anm.) nicht erkennen, welche Persönlichkeitsstörung vorliegen soll, die eine Einweisung notwendig macht.“ Bei den Übergriffen sei es zu keinen Hautberührungen gekommen.

Unbedingte Haft

Die Schöffen blieben unbeeindruckt. Trotz Unbescholtenheit und Geständnis sei mit einer unbedingten Haftstrafe vorzugehen. Es habe mehrere Übergriffe über einen mehrwöchigen Zeitraum gegeben. Der Angeklagte müsse therapiert werden, deshalb sei eine Einweisung angezeigt. Über M. wurde zudem ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt. Er muss den Opfern je 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen.