Chronik | Niederösterreich
13.07.2018

Melk: Neuer Stadtchef will Streit mit dem Stift beenden

"Ich strecke dem Abt meine Hand aus", sagt Patrick Strobl, der Thomas Widrich nachfolgt.

Mit 31 Jahren ist Patrick Strobl zum neuen Bürgermeister von Melk gewählt worden. Auf ihn warten viele Themen, die er nun angehen muss. Melk hat seit Donnerstabend einen neuen Bürgermeister – und für dieses wichtige Amt einen sehr jungen noch dazu. 20 von 22 Stimmen erhielt Patrick Strobl bei der Sondersitzung des Gemeinderates, nur von den Grünen blieben zwei Stimmzettel leer.

Damit ist der 31-Jährige nicht nur der Nachfolger von Thomas Widrich, der nach 14 Jahren der Politik Adieu sagt, sondern auch der jüngste Bürgermeister eine Bezirkshauptstadt in Niederösterreich. Der KURIER traf den ÖVP-Politiker einen Tag nach seiner Wahl, zuvor hatte Strobl seinen Antrittsbesuch bei ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner absolviert.

Touristen-Gebühr

An Themen, die angegangen werden müssen, mangelt es dem neuen Stadtchef nicht. Schon in den kommenden Tagen wird Strobl Abt Georg Wilfinger vom Stift Melk treffen. Zu besprechen haben die beiden genug. Der schwelende Streit um die Lustbarkeitsabgabe ist noch immer nicht beigelegt, zuletzt gab es auch heftige Diskussionen um Tourismusprojekte, bei denen die Stadt auf Flächen des Stiftes angewiesen ist. „Ich strecke dem Abt meine Hand aus“, betont Strobl, der auf „konstruktive Gespräche“ hofft.

Ums Geld geht es auch bei der Debatte um eine mögliche Touristen-Gebühr für die Wachau. Strobls Vorgänger Thomas Widrich hatte zuletzt diese Diskussion angestoßen. „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich Ideen und Vorschlägen nicht verschließen sollte. Aber von einer Umsetzung kann noch gar keine Rede sein. Es braucht nun Gespräche mit den Bürgermeister-Kollegen der anderen Wachau-Gemeinden. Dann wird man sehen, was am Ende dabei rauskommt“, meint der 31-Jährige.

Rallye in der Stadt

Bis September will sich Strobl mit den Mitarbeitern der Stadt und auch den Partner-Organisationen zusammensetzen. Dann, im Herbst, will er präsentieren, welche Projekte und Visionen umgesetzt werden sollen.

Der Politiker wird zudem klären müssen, ob im kommenden Jahr wieder eine Rallye in der Stadt durchgeführt werden soll. Wie berichtet, sorgte der Event bei einigen Anrainern und der Opposition für Ärger. Gründe für den Wirbel waren unter anderem die Lärmbelastung und Sicherheitsbedenken. Emmerich Weiderbauer, Stadtrat der Grünen, hatte Strobl noch am Donnerstag aufgefordert, das Rennen nicht mehr in Melk durchzuführen. „Es wird in den kommenden Tagen eine Sitzung stattfinden, wo Behörden, die Wirtschaft und Politiker dieses Thema besprechen. Ich werde mir alle Meinungen anhören und dann wird es von mir eine Entscheidung geben.“