Chronik | Niederösterreich
01.10.2018

Medaillenregen: Niederösterreicher glänzen bei der Berufs-EM

Kfz-Techniker und Betonbauer holen Gold. Österreich ist bei EuroSkills 2018 beste EU-Nation.

„Man muss über einen langen Zeitraum konzentriert arbeiten, die Aufgaben laufen auf Englisch ab. Der internationale Wettbewerb macht deutlich: die Konkurrenz schläft nicht.“ Wenige Stunden nach diesem Statement war für Manuel Fahrnecker aber klar, dass diesmal nur einer besser war als er. Der Schwerfahrzeugtechniker aus Kuffern wurde bei den EuroSkills 2018 mit Silber belohnt und zählt nun offiziell zu Europas Besten seiner Zunft.

Die Berufseuropameisterschaften in Budapest, die am Samstag zu Ende gingen, haben gezeigt, dass Niederösterreichs Facharbeiter zur Elite gehören: Die Bilanz beläuft sich auf fünf Medaillen.

Gold errang Kfz-Techniker Klaus Lehmerhofer, der bei einem großen Autohaus in Krems das Werkzeug schwingt. Seine Leistung brachte ihm außerdem den heiß begehrten Titel „Best of Nation“ ein – er ist Österreichs bester EuroSkills-Teilnehmer, insgesamt 43 traten in Budapest in unterschiedlichsten Fachrichtungen an. Dabei heimste das Team Austria 21 Medaillen ein – vier Mal glänzen sie in Gold, 14 Silber- und drei Bronzemedaillen kommen noch dazu. Zudem gingen neun Medallions for Excellence an Österreich, mit denen die Leistungen jener Teilnehmer honoriert werden, die nur knapp an einer Top-Platzierung scheiterten. Damit ist Österreich Vize-Europameister hinter Russland und beste EU-Nation.

Ebenfalls Gold holte das Betonbauer-Duo Sebastian Frantes und Markus Haslinger, die damit auch ein Bauunternehmen aus Gmünd stolz machen. Bodenleger Benjamin Schindelars (Rabenstein) und die Netzwerktechniker Patrick Taibel aus Tulln und Lukas Vavra aus Kapellerfeld eroberten Silber. Medallions for Excellence gingen an Schweißer Thomas Käferböck aus Neustadtl/Donau und Rezeptionist Oliver Klocke aus Purkersdorf.

Ausbildung

„Die großartigen Ergebnisse bestätigen das hohe Level unserer Fachkräfte“, sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, die gemeinsam mit einer NÖ-Delegation in Budapest dabei war. „Während andere Nationen explizit auf diesen Wettbewerb hintrainieren, stehen unsere Facharbeiter ganz normal im Berufsleben.“

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner feuerte die Teilnehmer in Budapest an: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die jungen Leute hier ihr Bestes geben. Für mich beweist das auch, dass unsere Lehrlingsoffensive mit Ausbildungsgarantie in Niederösterreich der richtige Schritt ist. Die Suche nach Fachkräften ist bei den Unternehmern Thema Nummer eins.“

Beeindruckt war auch AKNÖ-Präsident Markus Wieser: „Hier zeigt sich, dass Betriebe, die auf Lehrlingsausbildung setzen, auch international erfolgreich sind.“