Chronik | Niederösterreich
17.07.2018

Mariazellerbahn-Unfall: Alle Züge vorerst mit nur einer Garnitur

Untersuchungen laufen weiter. NÖVOG geht von zweistelligem Millionenschaden aus.

Nach dem Unfall auf der Mariazellerbahn bei Völlerndorf (Bezirk St. Pölten-Land) vom 26. Juni dauern die Untersuchungen an. Die voraussichtliche Schadenshöhe werde im September nach entsprechender Begutachtung durch den Hersteller der Garnituren feststehen. "Wir müssen aber von einem zweistelligen Millionenbetrag ausgehen", teilte die NÖVOG am Dienstag mit.

Indes laufen auch die Ermittlungen zur genauen Unfallursache weiter. Sie werden von der Staatsanwaltschaft St. Pölten und der Untersuchungsstelle des Verkehrsministeriums durchgeführt.

131 Verletzte

Bei dem Unfall waren drei der etwa 80 Passagieren schwer und 31 leicht verletzt worden. Zwei Garnituren der sogenannten Himmelstreppe wurden stark beschädigt.

Auch Busse im Einsatz

Um den Fahrplan trotz der beiden fehlenden Garnituren einhalten zu können, wurden bzw. werden laut NÖVOG-Angaben vom Dienstag mehrere Maßnahmen getroffen: "Alle Züge werden bis auf weiteres mit nur einer Garnitur geführt. Doppelgarnituren können aufgrund der fehlenden beiden Garnituren nicht zum Einsatz kommen. Zu besonders stark frequentierten Zeiten wird parallel zum Zug auch ein Bus geführt, der bei Vollauslastung des Zuges Fahrgäste transportieren kann. Zusätzlich fährt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen um 9.37 Uhr ein Zug von St. Pölten nach Mariazell."

Zur Verstärkung der Fahrzeugflotte kommen im August beziehungsweise September je ein Dieseltriebwagen der Citybahn Waidhofen und der Waldviertelbahn zum Einsatz, "die, falls erforderlich, die Himmelstreppe entlasten können", so die NÖVOG weiter. Bei Bedarf soll auch an Sonntagen der Nostalgiezug Ötscherbär mit der historischen Elektrolokomotive geführt werden, was auf der Website der Mariazellerbahn rechtzeitig bekannt gegeben werden soll. Darüber hinaus gelte im Ötscherbär ab sofort der gleiche Tarif wie in der Himmelstreppe.