Mann zückte während Fahrt die Pistole

Prozess – Sicherheitsmitarbeiter kam mit bedingter Strafe davon

Es ist ein Hobby, das den 28-jährigen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vor den Richter im Landesgericht Korneuburg brachte. Der Mann aus dem Schmidatal sammelt nämlich Bilder von lustigen Autokennzeichen. Und ein solches sah er im vergangenen Mai auf der Donauufer-Autobahn (A 22). Das Ergebnis: Eine wilde Fahrt auf der Autobahn die damit endete, dass der 28-Jährige seine Dienstwaffe zückte und sie dem gegnerischen Fahrer präsentierte.

Bei Strebersdorf erspähte der Angeklagte das Objekt seiner Foto-Begierde. Also hängte er sich an das PS-starke Auto dran und holte die Digitalkamera heraus. Doch der Audi-Lenker merkte, dass er fotografiert wurde – das war ihm nicht geheuer. Eine Verfolgungsjagd war die Folge – mit Drängeleien, dem Einsatz der Lichthupen, gefährlichen Fahrmanövern und eindeutigen Gesten. Bis Stockerau bedrängten sich die beiden Fahrer.

Kein Flirt

Schließlich sei es dem Angeklagten unheimlich geworden. „Ich wollte nicht stehen bleiben und mich auf eine körperliche Auseinandersetzung einlassen“, erklärt er Richter Manfred Hohenecker. „Aber flirten wollten Sie auch nicht“, stellt der fest. Denn der 28-Jährige zückte seine geladene Glock und präsentierte sie dem gegnerischen Fahrer. „Aber ich habe nicht gezielt“, beteuert der Schmidataler, der vor Gericht zugibt „überreagiert“ zu haben.

Das Zeigen der Glock jedenfalls hatte die gewünschte Wirkung. Der Waldviertler und seine Freundin auf dem Beifahrersitz bekamen Angst, vergrößerten den Abstand zum Wagen des Angeklagten und wählten den Polizei-Notruf.

Urteil: Zwei Monate bedingt wegen gefährlicher Drohung, rechtskräftig. Die Pistole wird dem Schmidataler abgenommen. „Das ist ein Schuss vor den Bug“, ermahnt Richter Hohenecker.

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