Chronik | Niederösterreich
06.04.2012

„Leute übernehmen zu wenig Eigenverantwortung“

Der Präsident und Geschäftsführer des nö. Zivilschutzverbandes zeigt sich besorgt über Eigenvorsorge und Selbstschutz der Österreicher.

Es ist leider ein Phänomen unserer Zeit, dass die Leute wenig Eigenverantwortung übernehmen“, beurteilt Johann Hofbauer den Stellenwert von Zivilschutzmaßnahmen in der Bevölkerung. Es sei schwierig, Eigenvorsorge und Selbstschutz in die Köpfe der Menschen zu bringen, meint der Präsident und Geschäftsführer des nö. Zivilschutzverbandes. „Dabei wird unser Leben von Absicherung bestimmt, vom Straßenverkehr, im Haushalt bis zur Pension“, meint Hofbauer.

Der Zivilschutzverband in Niederösterreich habe ein bundesweit vorbildliches Ausbildungs- und Organisationskonzept entwickelt. Ein umfassendes Info-Netz, das das Internet und Plattformen wie Facebook und Twitter nützt, habe man gesponnen, berichtet Hofbauer. „Doch das alles hilft wenig, wenn sich die Leute nicht im Geringsten um die eigene Vorsorge kümmern.“

Die vorjährige Katastrophe in Fukushima habe die Menschen auch bei uns vorübergehend sensibilisiert. Vor allem Schutzmaßnahmen gegen atomare Verstrahlung standen hoch im Kurs. Hofbauer: „Das Interesse ist wieder abgeflaut, dabei kann es viele andere Zwischenfälle geben, die uns zwingen, in den Häusern zu bleiben.“ Schneestürme, sommerliche Orkane, Überflutungen und ähnliche Szenarien könnten ganze Landstriche stromlos machen. „Wer ist gewappnet, wenn es einige Tage keinen Strom gibt, Wasserpumpen und Heizungen nicht funktionieren, die Kochstellen kalt bleiben? Einsatzorganisationen könnten in Krisenfällen nicht überall gleichzeitig helfen. Wer keine Vorräte daheim hat, kann ernsthafte Probleme kriegen.“

 

 

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