Lawinenabgang: Proben für den Ernstfall

Eine groß angelegte Einsatzübung am Ötscher zeigt, worauf es im Notfall ankommt.

Lawinenunglücke sorgen dieser Tage immer wieder für Schlagzeilen. Reporter Michael Baumgartner begleitet eine großangelegte Lawinenübung mit rund 100 Einsatzkräften. Es ist der schlimmste Albtraum für Wintersportler: Eine Lawine reißt alles mit, innerhalb von Sekunden verschwindet der Boden unter den Füßen. Was folgt, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn nach rund 15 Minuten sinkt die Überlebenschance für Verschüttete dramatisch gegen null, betonen die Einsatzkräfte. Am Ötscher im südwestlichen Niederösterreich wurde nun folgendes Szenario nun geprobt: Fünf Skitourengeher werden von einer Lawine erfasst, drei davon verschüttet. Zwei Unverletzte setzen den Alpinnotruf 140 ab – die Rettungskette läuft an.

Für die Einsatzkräfte zählt jeder Handgriff

Wetter und Gelände erschweren den Einsatz. Hubschrauber können zunächst nicht starten, der Aufstieg erfolgt zu Fuß. Schwer beladen, steil bergauf. Parallel kommen speziell ausgebildete Rettungshunde zum Einsatz, deren feiner Geruchssinn selbst unter meterdickem Schnee Leben retten kann. Als die Hunde anschlagen, geht alles ganz schnell. Notärzte beginnen mit der Reanimation, während weitere Teams das Gebiet absuchen. Am Ende können alle Lawinenopfer erfolgreich geborgen werden. Für die oft ehrenamtlichen Helfer ist das Training essenziell. Denn Routine verhindert Panik und rettet Leben. 

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