Der Umweltskandal vom Spritzmittelhersteller schlägt hohe Wellen

© KURIER/Stefan Straka

Korneuburg
05/10/2014

Kwizda: Ankläger am Ball

Ermittlungen kommen in die heiße Phase / Parallel ermitteln "Korruptionsjäger".

von Stefan Straka

Über Jahre wurde das Grundwasser im Korneuburger Becken mit giftigem Waschwasser aus dem Kwizda-Werk verseucht. So stark, dass sich die mit Grundwasser gegossenen Paradeiser-Pflanzen von Hobby-Gärtner Kurt Rafalzik verkrümmten und die roten Früchte deformiert waren. Seit eineinhalb Jahren ermittelt die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg. Jetzt kommt die Causa in die heiße Phase. Schon bald soll sich entscheiden, ob und wer gerichtlich die Verantwortung für das Umweltdesaster der Pestizid-Firma übernehmen muss.

Die Fakten, die zu dem großen Umweltskandal geführt haben, sind längst bekannt. Der Umweltkrimi nahm schon in den 90er Jahren seinen Lauf. Und zwar mit der Errichtung von unterirdischen Tanks, in denen das Abwasser vom Reinigen der Produktionsmaschinen für die Erzeugung von Herbiziden und Pestiziden gesammelt wurde. Das heißt: Gesammelt werden sollte. Denn wie Kwizda-Sprecherin Michaela Hebein im Herbst 2012 im Interview zugab, muss durch ein Leck das Waschwasser in den Untergrund gelangt sein.

Beschlagnahme

Doch als die Firma medial in die Offensive ging, waren die Ermittler der Polizei bei Kwizda schon längst im Haus und beschlagnahmten auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sämtliche Produktionslisten, und Rechnungen über die Abwasser-Entsorgung. Aber nicht nur für Manager oder Beschäftigte bei Kwizda könnte der jahrelang verschleppte Umweltfrevel ein gerichtliches Nachspiel haben. Auch wegen Amtsmissbrauchs und Beitragstäterschaft von Beamten der Wasserrechtsbehörde wird im Auftrag der Staatsanwaltschaft Korneuburg ermittelt. "Das macht aber nicht die örtliche Polizei sondern das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung", sagt Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wann mit einer eventuellen Anklage zu rechnen ist, kann Köhl nicht sagen. Man warte noch auf den Ermittlungs–Endbericht und das Gutachten des Sachverständigen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.