Chronik | Niederösterreich
11.05.2018

Junger Komponist: Von Säusenstein nach Hollywood

21-jähriger Mostviertler räumt mit seiner Filmmusik Preise bei US-Festivals ab.

Christian Heschl schreibt gerade an einem Stück, als er die eMail des Los Angeles Cinefest erhält: „You just won at the Festival“. Für den 21-Jährigen aus Säusenstein (Ybbs/Donau) „fast“ schon Gewohnheit. Für seine Arbeit zum Kurzfilm „The Frozen Warriors“ erhält der Mostviertler seit Februar laufend Auszeichnungen.

Dabei ist das Komponieren von Filmmusik für Christian Heschl, der als Bankberater arbeitet, eigentlich ein Hobby: „Ich mach das alles in meinem kleinen Studio von zu Hause aus. Der Regisseur gibt mir Ideen, ich setzte das um und schicke ihm Vorschläge. Eine enge Zusammenarbeit ist mir ganz wichtig“, betont er. In die ganze Sache sei er einfach „reingerutscht“, aber Musik lag ihm schon immer am Herzen. Er spielt seit seiner Kindheit Trompete, brachte sich selbst das Klavierspielen bei und nimmt Cellounterricht. Dazu belegte er drei Mal das „Filmmusik Symposium“ in Wien, wo er unter anderem vom zweifachen Oscargewinner Alexandre Desplat (Grand Budapest Hotel, The Shape of Water) und vom achtfach Oscarnominierten James Newton Howard (The Hunger Games – Die Tribute von Panem) lernte.

Hollywood ruft

Die Anfänge waren durchaus mühsam: „Begonnen hab ich damit, kleine Sachen zu komponieren. Dann hab ich vielen Menschen meine Stücke geschickt und nach vielen Absagen kam dann mit ‚Iceland‘ meine erstes Projekt.“ Für seine Kompositionen zu diesem Kurzfilm erhielt er gleich seine erste Auszeichnung: „Beste Filmmusik“ bei den Global Film Festival Awards in Los Angeles. Für sein aktuelles Werk „The Frozen Warriors“ hält er bislang bei vier Preisen.

Auf seinen Lorbeeren ausruhen will sich Christian Heschl nicht. Die Arbeit zu einem Dokufilm, unterstützt vom US-Reportagesender National Geographic, startet im Herbst. Anfang 2019 schreibt er dann zum ersten Mal Musik für einen Kinofilm. Zum Team von „Malia“ gehören unter anderem Regisseur Michele Gentile und Schauspielerin Katja Riemann. Zudem reist Heschl im Juni zwei Wochen nach Kalifornien, wo er sich mit Komponisten, Produzenten und Regisseuren aus Hollywood trifft und Studios besichtigt: „Mal sehen, was dann noch alles kommt.“