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Chronik Niederösterreich
04/10/2019

Insellösung bei Wolfsthal: Renaturierung der Donau geht weiter

Mit der Schaffung einer künstlichen Insel östlich von Wien wurde weiterer Lebensraum für Tiere geschaffen.

von Katharina Zach

Eine richtige Insel statt eine weitgehend mit dem Land verbundene Kiesbank – bei Wolfsthal ist ein weiteres Projekt in Sachen Renaturierung der Donau-Auen abgeschlossen worden. Auf einer Länge von einem Kilometer waren seit November 2018 neun Querbauwerke zur Niederwasserregulierung rückebaut, 6000 Tonnen Wasserbausteine entfernt und damit der Graben zwischen der Kiesbank und dem Donauufer vertieft worden. Die Insel Wolfsthal entstand.

Der Graben ist nun auch bei durchschnittlicher Wasserführung durchströmt. Zuletzt hatte die Kiesbank aufgrund der bestehenden Regulierung der Donau ihren Inselcharakter weitgehend verloren gehabt.

Mit ihrem weitgehend unberührten Silberweiden-Bestand ist die Insel besonders naturnah, sie ist Heimat für seltene Insekten sowie die Vogelart des Flussuferläufers, der seine Eier auf Kiesflächen ablegt.

Lebensräume zurückgewonnen

"Es freut mich, dass mit diesem Projekt ein weiterer Abschnitt der Donau renaturiert werden konnte. Entlang der Donau haben wir in den letzten Jahren schon viele wertvolle Lebensräume wiedergewonnen", sagt der nö. Umweltlandesrat und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Weitere Projekte in der Wachau und dem Nationalpark Donau-Auen seien bereits in Vorbereitung.

Der Bürgermeister von Wolfsthal, der ÖVP-Landtagsabgeordnete Gerhard Schödinger, kennt die Gegend seit langem. Für ihn kommen die Maßnahmen nicht zu früh, sei doch das ehemalige Fischereigebiet zuletzt weitgehend trocken gelegt gewesen.

"Unser Donauufer  ist in den letzten Jahrzehnten stark verlandet", erklärt er. "Durch die Revitalisierung kommt es nicht nur zu einer ökologischen Aufwertung, es entstand auch wieder eine attraktive Uferzone und das Fischereirevier proftiert von den Maßnahmen."

Zudem trägt Flussrevitalisierung auch zum Hochwasserschutz und zur Verbesserung des Sedimenthaushaltes in der Donau bei.

Für die Schifffahrt, aber nicht nur

Die Schaffung der Insel Wolfsthal ist Teil des von der Wasserstraßengesellschaft Viadonau entwickelten Maßnahmenkatalogs für die Donau östlich von Wien, wie Viadonau-Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler erlöärt. "Wir sind dabei, in diesem Donauabschnitt möglichst optimale Bedinungen für Schifffahrt und Ökologie zu schaffen."

"Auch wenn sich die Insel Wolfsthal schon außerhalb des Nationalparkgebiets befindet, liegt uns diese Wildnis-Insel sehr am Herzen. Solche Trittsteine für die Natur vernetzen unser Schutzgebiet mit dem Umland. Das war auch der Grund dafür, dieses Vorhaben in unser 'Danubeparks Connected'-Projekt zu integrieren und damit dessen Umsetzung möglich zu machen", freut sich auch Neo-Nationalparkdirektorin Edith Klausner.