Chronik | Niederösterreich
10.06.2018

India Pale Ale aus dem Mostviertel

Vater, Sohn und Schwiegersohn aus dem Bezirk Melk wollen die ländliche Craft-Bier-Szene beleben

Insgeheim hätten sie alle drei schon länger daran gedacht, nur ausgesprochen habe es niemand. „Wir waren dann auf einem Bierfestival und sind draufgekommen, dass wir alle das Brauen professioneller aufziehen möchten“, sagt Andreas Dorrer. Wir – das sind sein Vater Andreas Dorrer senior, Biersommelier und Braumeister, und sein Schwager Matthias Eisenbauer, Eigentümer von „Pflanzbeet Bräu“. Unter diesem Namen gründete das Trio im Herbst seine eigene Firma und stellt seitdem ein Lager I.P. her.

Vom Keller zum Shop

Das Bierbrauen war schon länger ein familiäres Hobby. Vor vier Jahren haben die Dorrers im Keller ihr erstes Hopfengetränk produziert. Damals haben sie für Familie und Freunde bis zu 40 Liter zubereitet. Eine Menge, die im Vergleich zu heute winzig erscheine: „Die Nachfrage ist hoch. Wir produzieren dieses Jahr vier Sude“, erklärt Dorrer junior. Seit Februar verkauft man ein Mal pro Woche im eigenen Shop.

Die Motivation hinter „Pflanzbeet Bräu“ geht aber tiefer: „Die Craft-Bier-Szene ist am Land noch nicht sehr ausgeprägt. Wir möchten Menschen für unser Produkt begeistern und die Vielfalt des Getränks zeigen“, sagt Andreas Dorrer junior. Mit dem Namen möchte man nicht nur auf die eigene Heimat, den Ortsteil Pflanzbeet, anspielen, sondern auch zeigen, „dass man sich nicht immer vom klassischen Bier pflanzen lassen soll. Es muss nicht jedes Mal das ‚normale‘ aus dem Supermarkt sein.“

Mango und Holunder

Das jetzige Bier ist eine Kombination aus Lager und India Pale Ale. Empfohlen wird es zu Burger, Steak, BBQ aber auch Apfelkuchen und Kaiserschmarren. Und wie schmeckt’s? „Es hat eine starke Hopfennote, aber eher fruchtig als bitter. Manche erinnert es an Mango oder Holunder, aber im Abgang ist es doch wie ein Wiener Lager. Am besten selbst vorbeikommen und kosten!“