Chronik | Niederösterreich
09.01.2012

In der Schlussphase: Historiker nahmen Keller unter die Lupe

Brauerei Schwechat – Mit Hochdruck laufen die Abrissarbeiten auf dem Brauerei-Gelände. Wie berichtet, entstehen auf dem rund 50.000 großen Areal in den nächsten Jahren 400 bis 500 Wohnungen. Daneben sollen Büros und Geschäftslokale für eine neue „Stadt in der Stadt“ sorgen. Doch keine Zukunft ohne Vergangenheit. Nach dem KURIER-Bericht über historische Inschriften in den Brau-Kellern schließen Experten in dieser Woche ihre Dokumentationen ab.

Durch Zufall entdeckte eine Gruppe von Wissenschaftlern im November Datumsangaben, Personen- und Ortsnamen in den im Zweiten Weltkrieg als Produktionshallen genutzten Gewölben. 600 Zwangsarbeiter schufteten in den letzten beiden Kriegsjahren im Außenlager des KZ Mauthausen. Zwecks Erforschung und wissenschaftlicher Begutachtung verhängte Eigentümer Brau Union einen Abriss-Stopp in den betroffenen Arealen. „Heute findet eine weitere Begehung statt. Danach soll klar sein, ob die Inschriften tatsächlich von Zwangsarbeitern getätigt worden sind“, heißt es auf Anfrage bei der Brau Union. Möglich wäre, dass diese auch von der lokalen Bevölkerung stammen, die in den Gewölben Schutz bei Bombenangriffen suchten.

Unterdessen laufen seit gestern oben die Maschinen wieder auf Hochtouren. Ein Betonbrecher zerkleinert die Brauerei-Überreste. „Schutzwälle aus Abbruchmaterial verringern die Lärmemissionen“, erklärt Bürgermeister Hannes Fazekas. Für Beschwerden hat die Brau Union eine Service-Hotline eingerichtet.  0732/6979-2378 oder 0732/6979-2693.