Sonnenblumenfeld im Überschwemmungsgebiet

© Eder Franz

Bezirk Gänserndorf
08/17/2013

Hochwasser soll gegen Spritzmittel und Dünger

Die konventionelle Landwirtschaft im Überschwemmungs- gebiet der March stört Biobauern. Die Bezirksbauern- kammer versucht zu beruhigen.

„Früher, so berichtet ein Angler an der March, „waren im Überschwemmungsgebiet der March so gut wie nur Wiesen. Als es dann einige Jahre keine Überschwemmungen gab, begannen die Bauern jedoch ihre Wiesen umzureißen und bauten Getreide, Mais und Sonnenblumen an.“

Und diese Felder im Überschwemmungsgebiet stoßen jetzt vermehrt auf die Kritik von Biobauern, die auf Gefahren hinweisen, die mit der konventionellen Landwirtschaft in diesen sensiblen Gebieten verbunden sein könnten. Etwa, was die Ausbringung von Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmittel), Fungizide (pilztötendes Spitzmittel) und Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) betrifft.

„Bei Hochwasser werden diese Substanzen ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser oder in die March“, behauptet ein Biobauer (Name der Redaktion bekannt, Anm.). Ähnliches passiere laut dem Biobauern mit dem auf den Felder ausgebrachten Handelsdünger.

Gar keine Freude mit diesen Vorwürfen hat Manfred Zörnpfenning, der Obmann der Bezirksbauernkammer Gänserndorf. „Was den Handelsdünger betrifft, beispielsweise den Stickstoff, der wird auch ausgeschwemmt, wenn er in Form von Stallmist auf den Feldern ausgebracht wird.“ Zudem sei laut Zörnpfenning Phosphor- oder Kalidünger vom Hochwasser nur sehr schwer auszuwaschen.

Eine Auswaschung von Pflanzenschutzmitteln kann sich Zörnpfenning überhaupt nicht vorstellen: „Diese Substanzen nehmen die Pflanzen auf. Sind also in der Pflanze und können daher nicht ausgewaschen werden. Wenn man beispielsweise ein Unkrautvernichtungsmittel spritzt, sterben die Unkräuter ab und in 14 Tagen hat sich das Mittel völlig abgebaut.“

„Und was ist mit den Spritzmitteln, die nicht auf die Pflanzen sondern gleich auf die Böden gelangen?“, fragt der Biobauer.

Zörnpfenning: „Wir Bauern müssen produzieren, sonst wird uns bei Mangel an Getreide oder anderen Produkten eine bewusst herbei geführte Preistreiberei vorgeworfen.“

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